Mit einem Strohhut auf dem Kopf und seinem Hammer im Rucksack verlässt der junge Kunstschmied Heinrich 1908 das heimatliche Bergische Land. In Cöln am Rhein, so hat er gehört, werden tüchtige Männer gesucht. Doch die Stadt, in der es kreischt und kracht, hupt und dröhnt, schüchtert ihn ein. Trotz der Warnung seiner Vermieterin Else lässt er sich durch Straßen und Gassen treiben, von einer Kneipe zur anderen. Alles ändert sich, als er die wunderschöne, flatterhafte und doch selbstbewusste Näherin Hedwig kennenlernt. Heinrich träumt von einer gemeinsamen Zukunft. Doch Hedwig hat andere Pläne. Sie hat von einem Berg gehört, auf dem es sich so frei leben ließe wie sonst nirgendwo. Am Ende nimmt sie den stillen Heinrich mit nach Ascona und hoch auf den Monte Verità. Was dort passiert, verändert alles.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 16.05.2019
Rezensent Martin Halter kann nichts Tolles finden an Hajo Steinerts zweitem Roman. Die Anfang des 20. Jahrhunderts spielende Liebesgeschichte eines Kölner Tanzmariechens und eines Kunstschmieds aus dem Bergischen Land, die schließlich auf dem Monte Verità landen, wo sie laut Halter so deplatziert wirken wie Lukas Podolski in Japan, macht ihn nicht heiß. Zu viele Klischees, zu viel Verworrenheit und zu viel alterserotisch verschwitzte Lüsternheit, findet er. Steinerts zwischen Mutzenbacher-Komödie und Regionalwarenkunde changierender Text jagt dem Rezensenten mehr als einmal und aus verschiedenen Gründen die Schamesröte ins Gesicht.
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