Die kraftvolle Ruhe der Marie-Luise Kaschnitz, das Tempo von Thomas Bernhard, die Melancholie einer Gisela Elsner, die beeindruckenden Lesungen von Wolfgang Koeppen, Siegfried Lenz, Alfred Andersch und Heimito von Doderer - Stimmen, die nicht aus dem Kopf gehen. Hajo Steinert sammelte herausragende Lesepremieren im Archiv des Deutschlandfunks - und setzte damit den Grundstein für eine Hörbibliothek.
Rezensionsnotiz zu
Neue Zürcher Zeitung, 02.12.2004
Der "akustischen Vergänglichkeit Paroli bieten" ist das Ziel, das sich Hajo Steinert mit seiner "groß angelegten" CD-Edition gesetzt hat, schreibt Rezensent "czz". Der erste Teil, der nun als Hörbuch vorliegt, schöpfe dabei aus dem Archiv des Deutschlandfunks: aufgenommen wurden Lesungen, die zwischen 1966 und 1969 gesendet worden waren. Das Talent zur "umsichtigen" Auswahl habe Steinert mit den Dichterstimmen bewiesen, weiß der Kritiker. "Individuelle" Schreib- und Vorleseweisen von Autoren wie Heimito von Doderer, Marie Luise Kaschnitz oder Jürgen Becker stünden im Kontrast zur Ähnlichkeit der Themen - allesamt "Spurensuchen" in der Kriegszeit. Der Anfang einer Hörbuchreihe, die das Individuum mit der Epoche "verbindet" und eine "Tonspur von literarischen Rückrufen" sichert.
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