Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 18.12.2004
Eine interessante und auch vielschichtige Anthologie ist dieser Band nach Meinung des Rezensenten Lothar Müller. Anders als er Untertitel der Anthologie suggeriert, handelt es sich nicht um "von jüdischen Autoren verfassten Pendants zum Genre der Weihnachtserzählung", sondern zum einen Teil um kurze Rückblicke auf und Episoden aus dem Leben zumeist deutschsprachiger Juden, zum anderen Teil um soziologische Betrachtungen des Weihnachtsfestes: "Franz Hessel, Alfred Polgar oder Siegfried Kracauer fassen die Weihnachtsbräuche nicht anders ins Auge als die Warenhäuser oder das Sechstagerennen". Die Brücke zwischen diesen beiden Ansätzen liefert nach Meinung des Rezensenten der Aufsatz von Walter Benjamin. Auf der Seite der episodischen Texte ist ein starkes und interessantes Motiv die Spannung zwischen der jüdischen und der deutschen Identität.
Heike Geißler: Michaela Kohlhaas "Das Rechtgefühl machte ihn zum Räuber und Mörder." So erzählt es Heinrich von Kleist in seiner gleichnamigen Novelle über den Pferdehändler Michael Kohlhaas, der nach erlittenem… Robert Seethaler: Die Straße Die Straße ist nicht im Zentrum der Stadt und nicht an ihrem Rand. Versteckt liegt sie irgendwo dazwischen. Kein Besucher würde sich dorthin verirren, und doch passiert in… Petra Morsbach: Orion Nora lernt bei einem Studentenjob ihren späteren Mann kennen, einen Archivar. Sie wird Lehrerin für Deutsch und Geschichte in einem oberbayerischen Gymnasium, zieht einen… Florian Illies: Träume aus Feuer Tauchen wir ein in die großen Träume eines großen Mannes: Johannes Kunckel ist ein Magier und Alchemist, der daran glaubt, Gold zaubern zu können. Der brandenburgische Kurfürst…