Montage und Collage gelten im allgemeinen als paradigmatische Darstellungsformen der Moderne. Dennoch sind sie nur wenig erforscht worden. Die Untersuchungen beschränken sich zumeist auf einzelne Oeuvres und bleiben im Rahmen nur einer Disziplin. Sie nehmen nur gelegentlich davon Notiz, dass und wie sehr die Montage Teil eines intermedialen Projektes ist. Anders als die Wissenschaftler waren die Montagekünstler darauf aus, die Grenzen ihrer Künste zu durchbrechen. Möbius führt aus der Abgrenzung der einzelnen Wissenschaften hinaus, indem er die grenzüberschreitenden Beziehungen der montierenden Künste untereinander vorstellt. Im Zentrum der Untersuchung steht die Literatur mit ihren vielfältigen intermedialen Beziehungen.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 04.05.2001
Julia Encke zeigt sich geteilter Meinung über diesen Band. Ihr gefällt die Fülle an Material, die der Autor hier zusammengetragen hat, ob es nun um "Automaten, Lautgedichte, Fotocollagen oder Geräuscherzeuger" geht. Das Buch selbst hat ihrer Ansicht nach ebenfalls etwas von einer "Montage-Arbeit", weil der Autor hier die verschiedenen Disziplinen zum Thema Collage zusammenbringt. Die Stärke des Buchs liegt nach Encke hier weniger in theoretischen Abhandlungen oder den Ausführungen über Kunstrichtungen, als vielmehr in weithin unbekannten Geschichten wie der über Künstler im Blaumann: Dort wo John Heartfield und George Grosz in blauer Arbeitskleidung zur künstlerischen Tat in die Dunkelkammer schritten, weil sie sich als Montage-Handwerker bzw. Monteure verstanden. Etwas ausführlicher hätte nach Encke insgesamt die Darstellung des historischen Kontextes ausfallen können, schließlich sei es kein Zufall gewesen, dass das Montageverfahren gerade während der Zeit des Ersten Weltkriegs seins Blütezeit erlebte.
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