Warum kam nach Kriegsende 1945 kein Friedensvertrag mit Deutschland zustande? Weshalb konnten sich die Alliierten auf den Konferenzen der vierziger und fünfziger Jahre nicht über die Inhalte verständigen? Hanns Jürgen Küsters hat erstmals umfassend die Verhandlungen der Vier Mächte und der beiden deutschen Staaten über einen Friedensvertrag untersucht.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 14.05.2001
In einem recht umfangreichen Text, in dem Klaus-Dietmar Henke die einzelnen Stationen der zwölf Deutschland-Konferenzen der Siegermächte von 1945 bis 1990 abschreitet, geht er nur am Rande auf die Stärken und Schwächen des Buchs ein. Dennoch wird deutlich, dass er die Darstellung insgesamt hervorragend findet und sie als eine "Analyse von respektgebietender Gelehrsamkeit" schätzt. Besonders plausibel sieht der Rezensent offenbar die Gründe dargestellt, warum es nach 1945 keine Möglichkeit für einen Friedensvertrag gab und welche Umstände und Interessen dies verhinderten. Auch so manchen Mythen bereite Küsters "in nüchternem Ton eine wissenschaftliche Beerdigung erster Klasse", etwa wenn er auf die verbreitete Annahme eingeht, die Wiedervereinigung sei durch die Zurückweisung der Stalin-Noten von 1952 gescheitert oder auch, dass Adenauer und die Westmächte "ernsthaft damit gerechnet" hätten, die deutschen Ostgebiete wieder zu bekommen.
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 09.03.2001
Werner Bührer hat wenig Gutes zu dieser Studie über die Verhandlungen der vier Siegermächte über die Friedensregelungen mit Deutschland zu sagen. Ungehalten ist er über den überbordenden Anmerkungsapparat, den er schlicht "übertrieben" findet. Auch die Argumente zur "Westintegration" seien "wenig überzeugend". Das Fazit des Rezensenten ist allerdings überraschend: Zwar biete das Buch kaum "neue Erkenntnisse" zum Thema, doch als "präzise und fundierte Analyse" der Viermächte-Verhandlungen findet er die der klassischen Diplomatiegeschichte verpflichteten Studie "unübertroffen".
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