Es ist eine lange, wunderbare Geschichte, wie Andersen berühmt wurde. Und das wollte er schon als Kind - berühmt werden. Das ist ihm, wie in einem Märchen, gelungen. Als Vierzehnjähriger, mit wenig Geld in der Tasche, kam er nach Kopenhagen und fand dort zu seinem Glück etliche Gönner, die sein künstlerisches Talent erkannten. Mit ihrer Hilfe gelang ihm der Sprung in die weite Welt. In seinen Briefen und Reiseberichten erzählt er von vielen Ländern und Menschen. Und er berichtet von Erfindungen, auch die Photographie faszinierte ihn. Er dichtete und schrieb Romane und Theaterstücke. Seine Scherenschnitte kann man heute noch bewundern. Durch seine Märchen aber ist er unsterblich geworden. Sabine Friedrichson begleitet mit vielen Bildern, was der Märchendichter in seinen Erinnerungen, in Briefen und Tagebuchnotizen selbst erzählt.
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 01.04.2005
Rezensent Horst Künnemann ist richtig angetan von dieser illustrierten Andersen-Biografie, die für Kinder und Erwachsenen gleichermaßen interessant sein dürfte: "Kinder wird sie neugierig auf den noch unbekannten Andersen und seinen Märchenkosmos machen; Erwachsene werden Bekanntes in neuer künstlerischer Sichtweise entdecken." Dieses Buch - und das gilt sowohl für die Textmontage als auch für die gelungenen, dem Text gleichgewichtigen Illustrationen - kommt so leichtfüßig daher, dass man ihm gar nicht anmerkt, "wie sich Herausgeber und Illustratorin durch eine titelstarke Andersen-Bibliothek gearbeitet haben". Andersen wird jedenfalls nach Künnemanns Meinung vor dem Auge des Lesers lebendig.
An "bittere Literaturhistorikerwahrheiten" hat sich Sabine Friedrichson nicht gehalten, als sie das "reiche Lebensmärchen" Hans Christian Andersens in ein Kindersachbuch fasste. Zur Freude von Rezensentin Evelyn Finger orientiert sich die Autorin vielmehr an des Dichters eigenen "poetisierten" Berichten, Briefen oder Skizzen. Mit Illustrationen, die Friedrichsons "Auge für alles Kleine" erkennen lassen, zeichnet sie den Lebensweg Andersens nach, verbindet Märchenmotive mit wahren Ereignissen und zeigt, welche seiner Charakterzüge sich in den Figuren wiederfinden. Für Verzweiflung und Melancholie ist kaum Platz in den "großformatigen" Bildern der "fabelhaften" Zeichnerin. Nicht zuletzt deshalb schätzt die Kritikerin jedoch dieses "lebendige" Buch: denn es bietet ein wenig "Trost" in der Märchenwelt Andersens, die meist von den "härtesten Unbilden des Daseins" erzählt.
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