Hans Christoph Binswanger, der große Doyen einer ökosozialen Marktwirtschaft, begibt sich auf Spurensuche: In zwölf thematisch unterschiedlichen Essays zeigt er uns eindringlich, wie wirklichkeitsfremd und eindimensional die Wirtschaft agiert. Ein Handeln, das unsere globalen Probleme geradezu anfacht.
Seine Forderung: Wieder den Blick aufs "Ganze" entdecken und zulassen. Wirtschaft muss sich öffnen und in ganz andere Bereiche gehen: Kunst, Dichtung, ja sogar unsere Träume miteinbeziehen, um den großen Herausforderungen der Gegenwart gerecht zu werden. "Erst wenn wir alle Erkenntnisquellen einbeziehen - also auch die Erkenntnis dessen, was durch unmittelbare Erfahrung, Empfindung, Anschauung und Eingebung erkennbar wird, ohne zählbar und messbar zu sein -, kann es uns gelingen, ein Gespür für den Reichtum der Wirklichkeit zu entwickeln."
Rezensionsnotiz zu
Neue Zürcher Zeitung, 13.09.2016
Mit Sympathie, aber nicht vollends überzeugt bespricht NZZ-Feuilletonchef René Scheu diesen Essay des späten Nationalökonomen Hans Christoph Binswanger, der sich hier als gläubig bekennt und eine beängstigende Rechnung aufmacht: Der Mensch lebt ökonomisch auf Kredit, muss immer mehr Geld schaffen, ein immer größeres Wachstum erzeugen - die Ressourcen aber, die uns der liebe Gott zu Verfügung stellte, sind begrenzt. Diese "heillose Unruhe" treibe die Wirtschaft vor sich her. Wäre es also nicht die wahre Aufgabe der Wissenschaft, so Scheu mit Binswanger, den Menschen an seine Grenzen zu erinnern? Genau hier mag Scheu nicht folgen: Er bringt die Innovationskraft der Menschen ins Spiel und erinnert daran, dass manche Ressourcen - etwa die Energie der Sonne - zumindest für unsere Verhältnisse, wenn auch vielleicht nicht für die des lieben Gottes, der uns dann längst vergessen haben mag, unendlich groß sind.
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