Rainer Merkel

Das Unglück der anderen

Kosovo, Liberia, Afghanistan
Cover: Das Unglück der anderen
S. Fischer Verlag, Frankfurt am Main 2012
ISBN 9783100484437
Gebunden, 480 Seiten, 22,99 EUR

Klappentext

Rainer Merkel, der ein Jahr lang als Mitarbeiter bei der Hilfsorganisation Cap Anamur in einer Psychiatrie in Liberia gearbeitet hat, reist in drei vom Krieg verwüstete Länder. In seinen Reportagen fragt er, welche Anziehungskraft Traumata und Gewalt auf Menschen haben können. Friedensarbeiter, Traumatherapeut oder Bundeswehrsoldat: Sie alle suchen die Grenzerfahrung, die nicht intensiv genug sein kann. Als "Embedded Journalist" im Feldlager der Bundeswehr in Afghanistan wird Merkel plötzlich mit seiner eigenen Geschichte und seinen eigenen Traumata konfrontiert. Es zeigt sich, dass das Unglück der anderen unsere Trauer ist.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 11.12.2012

Ein Mann auf der Suche nach den Traumata des Krieges - im Kosovo, in Liberia und Afghanistan. Wiebke Porombka lässt sich auf Rainer Merkels Reportagen ein und stellt fest: Die Subjektivität in den Texten ist irritierend. Auch ahnt Porombka, dass der Autor sich dieser Subjektivität nicht bewusst ist. So liest sie von gescheiterten Interviews und Merkels Vater-Beziehung. Dass ihre Empathie und ihr Interesse dennoch nicht versiegen, liegt am Stoff. Laut Rezensentin ein Haufen erkenntnisstiftendes Potenzial, das zu aktivieren dem Autor auch mitunter gelingt.
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Rezensionsnotiz zu Die Zeit, 04.10.2012

Rezensentin Andrea Böhm geht mit Rainer Merkels neuem Buch "Das Unglück der anderen" hart ins Gericht. Große Erwartungen hatte die Kritikerin an das Werk, in dem Merkel herausfinden wollte, welche "Anziehungskraft" Trauma und Gewalt auf ausländische Helfer, Therapeuten oder Soldaten haben. Leider erhält sie hier aber nur detailreiche Berichte über Merkels Reisevorbereitungen, Einblicke in die Speisekarten seiner Lieblingsrestaurants und "pathetische" und inhaltsleere Beobachtungen aus einer Psychiatrie im Kosovo. Weder in Liberia, wo der Autor ein Jahr lang in einer Hilfsorganisation arbeitete, noch im Kosovo oder in Afghanistan, wo er ausschließlich Stützpunkte der Bundeswehr besucht, erfährt die Rezensentin etwas über Kriegserfahrungen und Traumata der einheimischen Bevölkerung und der ausländischen Helfer. Und so muss sie schließlich gestehen, dass sie die Lektüre dieses Buches geärgert hat.

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