Hans-Erhard Lessing erläutert und erzählt, wie das Fahrrad vor 200 Jahren weltweit eine nie gekannte Euphorie auslöste. Zum ersten Mal konnten sich alle individuell bewegen und sich das "Glück auf zwei Rädern " leisten. Eine Kulturgeschichte des Zweirads voller Überraschungen - vom Ausbruch eines Vulkans am Beginn bis zur Revolution des E-Bikes.
Kein Verkehrsmittel ist auf der ganzen Welt so weit verbreitet. Keines ist so zahlreich vorhanden. Keines hat eine solche rasante Entwicklung durchgemacht: Von der Laufmaschine über das Hoch- und Niederrad, vom Tret- zum Rennrad und Elektrobike hat sich das Fahrrad gegen alle Konkurrenten durchgesetzt und ist das weitverbreitetste Verkehrsmittel. Etwa 12-14 Milliarden Fahrräder wurden seit seiner Erfindung gebaut und 72 Millionen werden allein in Deutschland bewegt. Das Fahrrad ist für jedermann erschwinglich, wie gerade seine Verbreitung in Indien oder China heute oder in Europa und Nordamerika im 19. Jahrhundert belegt. Auch die gesellschaftliche, ja kulturelle Veränderung, die das Fahrrad ermöglichte, ist beeindruckend. Die anstehende E-Bike-Revolution lässt heute schon erahnen: Bald werden Jung und Alt mobil wie noch nie sein, und der individuelle Verkehr in den Städten wird sich von Grund auf verändern - dank des Fahrrads, das seit seiner Erfindung keinen Tag gealtert ist.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 11.11.2017
Hannes Hintermeier sieht einen Silberstreif am Horizont der Geschichte des Fahrrads mit Hans-Erhard Lessings kulturgeschichtlicher Rundfahrt. Was der Technik-Historiker in seinem Buch dokumentiert, Erfindungen vom Gummireifen bis zum E-Bike, die Auswirkungen auf den Alltag, auf Mentalitäts- und Sozialgeschichte und sogar die Weltpolitik, findet Hintermeier spannend. Dass sich der Autor für die Auswirkungen des Radls auf die Emanzipation und die Mode sowie für den Radsport und für die meisten Entwicklungen im 20. Jahrhundert, wie BMX, Mountainbike und Co., weniger interessiert, hält Hintermeier allerdings für schade.
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