Entscheidungen von Managern und Konsumenten lassen sich immer auf unbewusste, emotionale Impulse aus einem sehr alten Hirn-Areal, dem limbischen System, zurückführen. Das fand der Münchner Psychologe und Unternehmensberater Hans-Georg Häusel in einer zweijährigen Untersuchung heraus. Seine Beobachtungen basieren auf Erkenntnissen der modernen Hirnforschung: Nach Meinung von Neuropsychologen und Evolutionsbiologen ist das limbische System, umgangssprachlich auch Reptilienhirn genannt, dem scheinbar vernünftigen Großhirn nicht untergeordnet, sondern kontrolliert als oberste Instanz alle menschlichen Entscheidungsprozesse. In seinem neuen Buch "Think Limbic" gibt der Autor einen Überblick über aktuelle Erkenntnisse der Hirnforschung und nennt erstmals praktische Konsequenzen für das Management von Unternehmen. Mit dem Know-how des erfahrenen Unternehmensberaters analysiert Häusel typische Management-Probleme aus einer völlig neuen Perspektive: Fusionen scheitern am Dominanzstreben der Vorstände, Unternehmen geraten in Schwierigkeiten, weil sie durch unbewusste Mechanismen ihre Innovationsfähigkeit zerstören, und Produkte werden zu Top-Sellern, wenn sie die limbischen Bedürfnisse erfüllen.
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 20.11.2000
Michael Gestmann hat dieses Buch offenbar mit großem Vergnügen gelesen. Besonders gefällt ihm die Verbindung zwischen Hirnforschung und Alltagspraxis. Häusel ist nämlich - wie der Leser erfährt - der Ansicht, dass nicht der Neokortex des Gehirns den größten Einfluss auf unsere Entscheidungen hat, sondern das sehr viel weniger rational reagierende limbische System. Was dies bedeutet, schildere der Autor sehr anschaulich und auch amüsant an einigen Beispielen. So wird nach Gestmann deutlich, wieso "Marlboro HB verdrängen konnte oder weshalb Ikea und Wal-Mart so erfolgreich sind". Auch für Börsianer hat der Autor eine kalte Dusche parat, indem er plausibel darstelle, dass Anlageentscheidungen ebenfalls vom limbischen System gesteuert und damit keineswegs objektiv getroffen werden können. Auf den ersten Blick scheinen diese Thesen zwar "gewagt", findet Gestmann. Doch gelingt es seiner Ansicht nach dem Autor stets, sie plausibel darzustellen. Dumm ist nur, wie Gestmann anmerkt, eines: Ob der Leser in Zukunft Konsequenzen aus seinen neuen Erkenntnissen ziehen kann, hängt maßgeblich von der Beschaffenheit seiner "limbischen Persönlichkeitsstruktur" ab.
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