Aus dem Amerikanischen von Michael Bischoff und Jürgen Schröder. Die vorliegende Sammlung von Aufsätzen Eric R. Kandels lädt den Leser zu einer Erkundung der Funktionsweise des menschlichen Gehirns und der Möglichkeiten ein, durch die Psychoanalyse und die Psychiatrie auf diese Einfluss zu nehmen. Die leitende Idee ist dabei, dass ein Verständnis der biologischen Prozesse, die unser Lernen und Verhalten begleiten, auch entscheidend zu unserem Verständnis des Verhaltens und seiner Störungen beitragen kann. Der Band, den der Protagonist der deutschen Hirnforschungsdebatte Gerhard Roth einleitet und der mit einer sehr persönlichen Einführung Eric R. Kandels beginnt, bietet einen konzisen Überblick dieser Revolution der psychiatrischen Forschung.
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 06.07.2006
Durchaus instruktiv findet Michael Hagner diesen Band, der Aufsätze des berühmten Neurowissenschaftlers und Nobelpreisträgers Eric Kandel über den menschlichen Geist aus psychiatrischer, psychoanalytischer und biologischer Sicht versammelt. Zentral erscheint Hagner die Wiederannäherung des Wissenschaftlers an die Psychoanalyse, in dessen Blickpunkt neben der molekularen Ebene des zellulären Geschehens nun auch individuelles Verhalten, Bewusstsein, Kreativität und freier Wille rückt. "Notwendigerweise", kommentiert der Rezensent, "trifft sich der bewährte Reduktionismus hier mit riskanter Spekulation". Gegenüber einer ausschließlich biologischen Erklärung des menschlichen Geisteslebens bleibt der Rezensent freilich skeptisch.
Rezensionsnotiz zu
Neue Zürcher Zeitung, 20.06.2006
Erfreut begrüßt Helmut Mayer diesen nun auf deutsch vorliegenden Band mit Aufsätzen des Gedächtnisforschers und Nobelpreisträgers Eric Kandel über das Verhältnis von biologisch-neurowissenschaftlicher Grundlagenforschung und Psychoanalyse. Mayer würdigt Kandel als einen der bedeutendsten Vermittler zwischen Psychoanalyse und Neurowissenschaften. Zugleich unterstreicht er die Forderung des Autors nach einer selbstkritischen Auseinandersetzung der Psychoanalyse mit den neurowissenschaftlichen Einsichten und einer wissenschaftlichen Überprüfung ihrer Ideen und Methoden. Andernfalls drohe ihr ein Bedeutungsverlust auf den Feldern der Psychotherapie, der Psychiatrie und der Erforschung menschlichen Verhaltens.
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