Die Medizin hat durch die technologischen Fortschritte eine unglaubliche Ausweitung ihres Leistungsangebots erfahren. Krankheiten, die bisher schicksalhaft angenommen werden mußten, können (vielleicht) geheilt werden. Dieser Fortschritt wird dadurch erkauft, daß menschliches Leben in bestimmten Phasen und Gestalten zerstört wird. Ärzte helfen nicht nur zu leben; sie haben auch gelernt zu töten - nicht brutal und offensichtlich, sondern unter wohlklingenden Namen wie "Embryonenforschung", "Prävention", "Organspende" oder "Sterbehilfe". Ärzteschaft und Gesellschaft gewöhnen sich ans Töten. Wie aber könnte ein Neuanfang zwischen Mensch, Medizin und Maschine aussehen? Wie lassen sich Menschenwürde wahren und das Leben eines jeden Menschen schützen? Hans Grewel gibt einen Überblick, analysiert die entgegengesetzten Konzepte und gibt Hilfen für ethische Entscheidungen.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 18.07.2003
Nein, so geht das nicht, schimpft Stephan Sahm und zitiert allerlei gedanklichen Wirrwarr, um des Autors Unfähigkeit zur begründeten Argumentation zu belegen. Dabei würde er ihm ja gern folgen, denn "Grewel kämpft für den Lebensschutz", und dafür ist er, der Rezensent, auch. Aber wenn schon kämpfen, dann bitte nicht mit derartig diffusen Erörterungen und haarsträubenden Verallgemeinerungen. Wer die moderne Medizin als Institution eines ethischen Totalkollaps ansieht, der sollte das besser differenziert belegen können, anstatt es nur behaupten und dabei über argumentative Huckel und begriffliche Sümpfe blind rüber zu brettern. "Grewel", schreibt Sahm, "konfrontiert uns mit Bausteinen einer Bio-Techno-Ethik und stellt sie einer alten Menschlichkeitsethik gegenüber. Was darunter zu verstehen sein soll, bleibt unbestimmt. In ihrem Zentrum steht offenbar die Menschenwürde". So genau könne man das aber nicht wissen. Und deshalb gehört das Buch für unseren Rezensenten in die Kategorie der Verschwörungstheorie.
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