Hans-Hermann Hoppe

Demokratie

Der Gott, der keiner ist. Monarchie, Demokratie und natürliche Ordnung
Cover: Demokratie
Manuscriptum Verlag, Leipzig 2003
ISBN 9783933497864
Gebunden, 547 Seiten, 24,80 EUR

Klappentext

Aus dem Amerikanischen von Robert Grözinger, mit einem Nachwort von Lorenz Jäger. Das Versagen der Demokratie als Staatsform:. Hans-Hermann Hoppe sieht dieses Versagen vor allem in der Entwicklung des Staates zum Moloch, der letztlich Allmacht beansprucht, der hemmungslos enteignet und umverteilt. Die Alternative, die er entwirft, ist keineswegs die Diktatur, sondern ein sich selbst organisierendes Gemeinwesen auf der Grundlage privaten Eigentums, eine natürliche Ordnung (natural order) im Sinne Ludwig von Mises' und Murray N. Rothbards.

Rezensionsnotiz zu Neue Zürcher Zeitung, 05.06.2004

Na, das ist ja mal eine hübsche Mischung. Der aus Deutschland stammende, in Nevada, Las Vegas lehrende libertäre Ökonomieprofessor Hans-Hermann Hoppe erklärt in diesem etwas irreführend betitelten Buch die Monarchie aus wirtschaftlicher Perspektive zur der Demokratie überlegenen Staatsform. Wie kommt's? Das Grundargument ist einfach: Demokratien sind "kurzsichtig" und zerstören durch die ständige Steigerung der Steuern die Investitionsbereitschaft; Monarchen dagegen haben längerfristige Interessen, vor allem an der eigenen Vermögensmehrung. Daher, so Hoppe, hält sich die Steuerlast im Rahmen. Was dem Autor vorschwebe, so der Rezensent (Kürzel "cbe"), der das alles eine Weile ganz nüchtern referiert, sei eine "anarchisch-kapitalistische Utopie" vom Staat wirtschaftlich losgelöster Untertanen. Wenn er aber mitteilen muss, dass Hoppe allen provokatorischen Ernstes vorschlägt, die "Anhänger einer demokratischen Ordnung mit offener Verachtung" zu strafen, dann stellt er doch fest, dass die, so "cbe" "intellektuell grundsätzlich spannende und anregende Kritik" zur Predigt für die - wenigen - bereits Bekehrten wird.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 05.04.2004

Mit Sympathie, aber erheblichen Bedenken hat Gerd Habermann diese Aufsätze des "Anarchokapitalisten" Hans-Hermann Hoppe gelesen, die "wohl die schärfste Kritik an der modernen Wohlfahrtsdemokratie" enthalten, "die sich vorstellen lässt". Hoppe wirft dem "gemäßigten Sozialismus" vor, Privateigentum, Freiheit und Rechtssicherheit aufzulösen, die Stellung der Familie zu unterminieren und die "spontane Gliederung der Gesellschaft platt zu machen", wofür er sich - über die Steuern - der "Schutzgelderpressung" bedient, wie Habermann Hoppes Thesen darstellt. Hoppe nun würde den Staat gern durch "Privatorganisationen in Wettbewerb" ersetzt sehen, Hier möchte der Rezensent allerdings nicht ausschließen, dass es in Hoppes Idealgesellschaft "zu einer Vielzahl von Kleinkriegen der mit Erzwingungsgewalt ausgerüsteten Privatunternehmen um Kundschaft" kommen könnte. Auch Hoppes zweitbester Lösung mag Habermann nicht ganz folgen: einer "privatmonopolistischen Regierung", sprich: Monarchie. "Ein dogmatischer Konservatismus und Hoppes Privatanarchismus sind natürliche Verbündete", warnt Habermann schließlich, doch die Lektüre dieser wilden Thesen schärfe zweifellos den Sinn für die "Zerstörungen, welche die gleichmacherische Wohlfahrtsdemokratie" anrichtet.
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