Eigentlich ist klar, was Demokratien westlicher Prägung definiert: Rechtsstaatlichkeit, unveräußerliche Grundrechte und Gewaltenteilung. Sie stützen sich auf gewählte Volksvertreter und auf die vernunftgeleitete Teilhabe des Volkes. Doch immer mehr Menschen zweifeln an diesen Grundlagen - befeuert vom medialen Diskurs, aber auch von der Politik selbst.Julian Nida-Rümelin analysiert, was Demokratie leisten kann, und identifiziert konzeptionelle Defizite, die sich in der aktuellen Krise zu einer Bedrohung auswachsen. Für den Philosophen und politischen Intellektuellen ist die repräsentative Demokratie die nach wie vor unübertroffene Regierungsform - und zugleich auch eine Lebensform.
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 17.08.2020
Rezensent Cord Aschenbrenner vergleicht zwei Verteidigungsschriften der Demokratie, die gleichermaßen idealistisch argumentieren und das Primat der Politik gegenüber der entfesselten Ökonomie wieder herstellen wollen. Während Roger de Weck sehr temperamentvoll argumentiere, meint Aschenbrenner, erinnere das Traktat des Philosophen Julian Nida-Rümelin an ein "elegantes Mineralwasser": Es sprudelt nicht unbedingt, sorgt aber für Klarheit im Kopf. Besonders interessant erscheint dem Rezensenten, dass sich Demokratie für Nida-Rümelin nicht in Wahlen oder einem Triumph der Mehrheit erschöpft, sondern mit einem Prozess der Zivilisierung, Aufklärung und Säkularisierung einhergehen muss.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 21.04.2020
Günther Nonnenmacher entdeckt nicht unbedingt Neues in Julian Nida-Rümelins Versuch, Demokratie zu definieren und die direkte Mehrheitsdemokratie zu geißeln. Der theoretische Anspruch des Autors, der mit Kenneth Arrow, Amartya Sen, Aristoteles und Rawls argumentiert, scheint Nonnenmacher gleichwohl herausfordernd. Dass der eigentlich politerfahrene Autor "weltfremde" Forderungen wie die nach "globaler Rechts- und Sozialstaatlichkeit" formuliert und die Vereinigungspolitik der neunziger Jahre ganz "unhistorisch" ein Staatsversagen nennt, wundert Nonnenmacher.
Jana Hensel: Es war einmal ein Land In ihrem neuen Buch erzählt die Bestsellerautorin Jana Hensel vom Ende eines großen Traums. Denn das, was vor über 35 Jahren als Aufbruch in eine neue Ära begann, wird nun… Elias Hirschl: Schleifen Franziska Denk wächst im Umfeld des Wiener Kreises auf und leidet als Kind an einer seltsamen Krankheit: Jedes Symptom, von dem sie hört oder liest, bekommt sie sofort. In… Norbert Gstrein: Im ersten Licht Zwei Weltkriege, ein Jahrhundert: ein eigenwilliges Leben voller Schönheit, Tragik und Widersprüche. Norbert Gstrein schenkt uns ein ganzes Menschenleben. Dabei ist jedes… Julian Barnes: Abschied(e) Aus dem Englischen von Gertraude Krueger. Julian Barnes wird im Januar 2026 achtzig Jahre alt. Er weiß, dass die längste Zeit seines Lebens hinter ihm liegt, und er möchte…