Herausgegeben für das Stadtarchiv Mücnhen von Andreas Heusler. Vor 50 Jahren, im Mai 1960, trat Hans-Jochen Vogel als Oberbürgermeister an die Spitze der Landeshauptstadt München. Zahlreiche Aufgaben und beträchtliche Herausforderungen warteten auf den neuen Chef der Verwaltung. Das München der 1960er Jahre war eine Stadt im Zwischenzustand, strukturell durch die dramatischen Kriegszerstörungen immer noch zurückgeworfen und dennoch gezwungen, sich mit den Auswirkungen einer machtvoll in die Zukunft drängenden Moderne zu befassen. Wie würde man die Folgen eines offenbar ungebremsten Wachstums und seine Begleiterscheinungen wie zunehmende Automobilisierung, anhaltender Zuzug in die Städte, Wohnungsnot, Energiekrise, steigende Umweltbelastungen und Trend zur gesichtslosen "Allerweltsstadt" mit dem erklärten Wunsch nach Bewahrung eines spezifischen Münchner Stadtcharakters in Einklang bringen?
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 20.09.2010
Voller Respekt legt Rezensent Wolfgang Jäger den Band mit 47 ausgewählten Reden Hans-Jochen Vogels als Münchens Oberbürgermeister beiseite. So bunt die Mischung aus Grußworten, Würdigungen, Empfangs- und Trauerreden und Reden zu Stadtentwicklungsprojekten (U-Bahn, Stachus etc.) auch ist. Durchgängig sieht Jäger darin Vogels Kompetenz widergespiegelt, ebenso seinen Sinn für Stil (ohne Pathos), seine analytische Kraft und seine Wärme, sein Humor. Als Lektüre für angehende Politiker empfiehlt er den Band wärmstens, am besten zusammen mit Vogels Erinnerungen von 1972. Aber auch Münchener Stadtgeschichte wird dem Rezensenten aus der "Vogel-Perspektive" gut erkennbar, und wie sich der OB zwischen Stadt und Partei mühsam zu behaupten hatte.
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