Die 80er Jahre haben die Welt verändert. Die konfrontative Politik der beiden politischen Systeme hatte in eine Sackgasse geführt. Die Sowjetunion brach aus dem Teufelskreis aus. Die Politik, die sich daraus entwickelte, nannte sich Perestroika. Hans Modrow, einst selbst Reformer, untersucht die gesellschaftlichen Bedingungen in der Sowjetunion und in der DDR der 80er Jahre, das spannungsreiche Verhältnis der beiden Staatsparteien sowie Grenzen und Chancen, die der Umbau der poststalinistischen Gesellschaft hatte. Seine Analyse wird angereichert mit persönlichen Erlebnissen und bisher unbekannten Dokumenten.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 26.06.2000
Zwei gänzlich verschiedene Sichtweisen der Wiedervereinigung bespricht Joachim Staadt in einer Doppelrezension.
1.) Hans Modrow: "Die Perestroika" (Edition Ost)
Das Buch zeigt einen „verbitterten und zornigen alten Mann“, bemerkt der Rezensent, auch wenn er sich nicht sicher ist, wie ernst der Autor zu nehmen ist. Davon abgesehen, dass Staadt die Ansichten Modrows nicht teilt, stößt er sich am „weltpolitischen Nachhilfeunterricht“ und dem „erhobenen Zeigefinger“ des Buches. Insbesondere bemängelt der Rezensent die beiläufige Behandlung der wirtschaftlichen und politischen Lage der DDR, deren Ministerpräsident Modrow zu dieser Zeit war. Das Buch ist vor allem eine Abrechnung mit Gorbatschow, dem der Autor die Schuld für den schnellen Untergang der DDR gibt, so der Rezensent.
2.) Michail Gorbatschow: "Wie es war" (Ullstein Verlag)
„Hilfreich“ findet es Staadt, dieses Buch zum Vergleich heranzuziehen, vor allem weil es nachliefere, was Modrow verschweige. So sei ausführlich das Gespräch wiedergegeben, das Modrow mit Gorbatschow 1990 über die desolate Lage der DDR geführt habe und die neben anderem zu Gorbatschows Entscheidung geführt habe, nicht gewaltsam einzugreifen. Der Rezensent lobt die Bemühungen des Autors, zu erklären „wie es war“ und sieht in der Verleihung des Friedensnobelpreises an Gorbatschow eine gerechte Würdigung des Politikers.
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