Das Bürgertum ist das Rückgrat unserer Gesellschaft - wer die bürgerliche Mittelschicht bedroht, setzt nicht nur die wirtschaftliche Zukunft Deutschlands aufs Spiel, sondern zerstört zugleich die Fundamente unserer freiheitlichen Demokratie. Das Prinzip Verantwortung, so scheint es, hat abgedankt: Zwischen Bevormundung einerseits und Gleichgültigkeit andererseits ist der Sinn für die 'Mitte' und das politisch Machbare verloren gegangen - die Hilflosigkeit der Großen Koalition zeigt dies Tag für Tag. Der Vorsorgestaat lockt mit immer neuen Hängematten, und die wachsende Steuerlast bedroht gerade den wirtschaftlich produktivsten Teil der Gesellschaft: den Mittelstand. Und als wäre dies alles nicht genug, werden auch gleich die bürgerlichen Werte entsorgt. Leistung, Familie, Bildung, Gemeinsinn, Verantwortung - all das zählt heute nicht mehr. Hans-Olaf Henkel fordert die Rückkehr zur Vernunft und zu den Tugenden des Bürgertums. Allein damit, das ist seine Überzeugung, hat Deutschland noch eine Zukunft im globalen Wettbewerb.
Gemischte bis ungute Gefühle hat dieses Bekenntnis zum Bürgertum bei Rezensent Warnfried Dettling hinterlassen. Für Dettling zerfällt das Buch in zwei Teile, und zwar in eine Streitschrift gegen alles, was dem Autor und früheren Präsidenten des Industrieverbandes "links und gefährlich" und an der Abschaffung des Bürgertums arbeitend erscheine, und in die Lebenserinnerungen dieses Bürgersohns, der das Bürgertum für "unendlich erfinderisch, virtuos", kurz die Lebensform schlechthin halte. Dementsprechend empfiehlt der Rezensent dem Henkel wohl gesinnten Leser, die Pamphlet-Abteilung inklusive von Dettling in toto als eher unpassend empfundene Dichter- und Politikerzitate flugs zu überblättern und sich auf die Kapitel zu konzentrieren, in denen es um Selbsterlebtes und Zeitgeschichte gehe. Hier stieß Dettling immer wieder auf kurzweilige und informative Schilderungen. Umso bedauerlicher findet er es, dass sich Henkel offensichtlich von dieser Gesellschaft verabschiedet hat, nur mehr mit seinen Klasseninteressen befasst ist und den Blick fürs Ganze verloren hat.
Caroline Wahl: 1999 Meter über dem Meer Der Selbstfindungstrip nach Bali? Samara hat niemanden gefunden. Die hippe Agentur in Berlin-Mitte? So öde wie irgendein anderer Job. Samara weiß, was sie alles nicht mehr… Valeria Gordeev: Die Zikade entschlüpft ihrer goldglänzenden Hülle Konstantin und Lada haben den Kontakt verloren. Während Konstantin in einem unterirdischen Forschungslabor festsitzt, das Lenins Leichnam konserviert, kämpft seine Schwester… Dana Vowinckel: Anton und Alma Anton und Alma lernen sich bei einem Schüleraustausch in der Bretagne kennen. Jahre später treffen sie sich auf einer Party wieder. Beide kommen aus Berlin und studieren… Shida Bazyar: Die Lücken Heimesbach im Hunsrück ist ein fiktiver Ort, an dem sich neunzig Jahre deutscher Geschichte in die Mauern und Biografien eingenistet haben. Es ist eine Gemeinde, die ihre…