Rüdiger Bittner

Bürger sein

Eine Prüfung politischer Begriffe
Cover: Bürger sein
Walter de Gruyter Verlag, München 2017
ISBN 9783110567588
Kartoniert, 197 Seiten, 19,95 EUR

Klappentext

Wir leben in der Bundesrepublik begrifflich über unsere Verhältnisse. Wir stützen uns auf eine politische Selbstinterpretation, die sich schon als Theorie nicht halten lässt - das ist der Verdacht, der dieses Buch antreibt. Um ihn zu prüfen, untersucht der Philosoph Rüdiger Bittner fünf Begriffe, die für dies Selbstverständnis grundlegend sind, nämlich Freiheit, Menschenwürde, Menschenrechte, Gerechtigkeit und Demokratie. Dabei erweist sich der Verdacht als berechtigt: Unsere politische Existenz in der Bundesrepublik lässt sich unter diese Begriffe gar nicht oder nur unter radikal zurückgeschnittene Versionen von ihnen fassen. Die Kritik zielt nicht darauf, dass die politische Praxis anders aussieht als die Theorie. Die Kritik ist, dass die Theorie, die sich auf die genannten Begriffe stützt, selbst nicht trägt. Demgemäß entwickelt das Buch nun in Grundzügen ein neues Selbstverständnis des politischen Lebens in diesem Staat, ein Selbstverständnis ohne die frommen Legenden der herrschenden politischen Philosophie. Beide, Kritik und neues Verständnis, wenden sich an alle, die sich über ihre politische Existenz in diesem Staat Rechenschaft geben wollen.

Rezensionsnotiz zu Die Zeit, 14.06.2018

Eva Weber-Guskar fühlt sich erfrischt mit dem Buch des politischen Philosophen Rüdiger Bittner. Wie der Autor durch die Geschichte und gegenwärtige Debatten der Philosophie führt, explosiv, meinungsstark, klar und präzise und unterhaltsam dazu, scheint ihr eine Seltenheit zu sein. Dass der Autor alles andere als versöhnlich rüberkommt, wenn er die großen Fragen nach Freiheit und Menschenwürde, Demokratie und Gerechtigkeit höchst kritisch beantwortet, stört die Rezensentin am Ende kaum. Sie vertraut auf Bittners Gelehrsamkeit und den für sie vernehmbaren Ruf nach Engagement, politischem Streit und Klugheit. Ob der Autor nicht wichtige rhetorische Mittel der politischen Auseinandersetzung aus der Hand gibt, wenn er die obigen Begriffe aufgibt, fragt sich Weber-Guskar allerdings schon.

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