Michel de Montaigne als theologischen Autor zu lesen, versteht sich nicht von selbst. Die opinio communis verbindet mit seinem Namen in der Regel nicht Theologie, sondern (auto-) biographische und humanistische Literatur: die Essais. Tatsächlich jedoch ist für die Entwicklung des Denkers und Schriftstellers Montaigne die gleichzeitige Präsenz theologischer Motive biographischer und systematischer Art prägend. Es ist für Montaigne eine Prämisse seines anthropologisch ausgerichteten Diskurses, daß der Mensch nur sub ratione Dei in seiner Ganzheit verstanden und gefasst werden kann.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 15.06.2001
In einer ausgesprochen gelehrten Rezension setzt sich Markus Völkel äußerst kritisch mit dieser Dissertation auseinander. Besonders stört ihn, dass "diesem 'Autor' (Montaigne) fast ausschließlich Fragen vorgelegt werden, auf die der Theologe schon eine Antwort weiß". Das Bild, das hier von Montaigne gezeichnet wird, findet Völkel viel zu harmonisch. So werde beispielsweise nicht auf die "pyrrhonische Form" der Skepsis eingegangen, die von Montaigne rezipiert wurde. Ingesamt kritisch bewertet Völkel das Anliegen Bippus', Montaigne in der "Sparte 'Geschichte der Inanspruchnahme des Christlichen'" zu verorten. Vielmehr hat der Rezensent den Eindruck, dass es sich hier eher um die "Inanspruchnahme des Nichtchristlichen durch zeitgemäße Theologen" handelt.
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