Die Studie konfrontiert Kernaussagen christlich-theologischer Anthropologie mit der im jüdischen Denken verwurzelten Philosophie des Anderen von Emmanuel Levinas. Der Durchgang durch das Gesamtwerk des Philosophen setzt das frühe Denken Levinas` mit seinen Spätschriften in Beziehung. Den Ausgangspunkt bildet eine umrisshafte Bestandsaufnahme gegenwärtiger theologisch-anthropologischer Entwürfe sowie deren Grenzen, die sich ergeben aus dem bislang vollständigen Ausfall einer Auseinandersetzung mit der durch Levinas vollzogenen Kritik am ontologischen Begriff selbstgewisser menschlicher Subjektivität. Als Versuch, die jüdisch-rabbinischen Wurzeln der Levinasschen Philosophie vom Begriff der Verantwortung her herauszuarbeiten, stellt die Untersuchung auch einen wichtigen Beitrag zum jüdisch-christlichen Dialog dar.
Rezensionsnotiz zu
Neue Zürcher Zeitung, 04.11.2000
Der mit "mim." zeichnende Rezensent stellt in einer sehr knappen Besprechung die Studie vor, die sich mit Levinás´ Bestimmung von Subjektivität als Verantwortung und deren Auswirkungen auf die theologische Anthropologie beschäftigt. Der Autor, lobt der Rezensent, entwerfe ein "umfassendes Panorama" von Levinás´ Werk und versuche, anhand seiner Thesen die in der theologische Anthropologie beschriebene Ambivalenz zwischen Gottgleichheit und Sündhaftigkeit des Menschen "begrifflich aufzuarbeiten". In wie weit das gelingt lässt der Rezensent allerdings offen.
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