Als einziger Ort der Eidgenossenschaft blieb Zürich unter dem Einfluss der reformatorischen Predigt Huldrych Zwinglis 1521 dem Soldbündnis mit Frankreich fern und begründete damit einen knapp hundert Jahre währenden bündnispolitischen Sonderweg, der erst 1614 endete. Da der Vertrag jeweils nach dem Ableben des französischen Königs erneuert werden musste, sah sich der Zürcher Rat mehrfach zu einer neuen Lageanalyse gezwungen. Dazu wurden begutachtende Kommissionen eingesetzt und Pfarrerschaft und Gemeinden um ihre Meinung angefragt. Anhand bislang unveröffentlichter Quellen zeichnet das Buch diese Diskussionen und das Ringen um die Haltung Zürichs zur Frage der fremden Kriegsdienste nach und zeigt, wie lange das Erbe Zwinglis nachwirkte und schliesslich von der Geschichte eingeholt wurde.
Rezensionsnotiz zu
Neue Zürcher Zeitung, 05.08.2009
Passabel scheint Thomas Maissen dieses Buch über den "langen Schatten Zwinglis?, das Christian Mosers und Hans Rudolf Fuhrers Buch vorgelegt haben. Im Zentrum sieht er die Frage nach der Verhinderung der religiösen Einheit der Eidgenossenschaft und einer gemeinsame Außenpolitik der zerstrittenen Kantone durch den Reformator Zwingli. Interessant scheint ihm Mosers Untersuchung und Edition von Quellen zur internen Diskussionen in dieser Frage. Fuhrers Beitrag über die schweizerische Neutralität im Dreißigjährigen Krieg bietet in seinen Augen dagegen nichts Neues, weder was die Quellen noch was Erkenntnisse aus neuerer Literatur betrifft.
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