Mit einem Essay von René Scheu. Viele überlieferte Gewissheiten aus den Traditionen von "Aufklärung" und "Moderne" sind brüchig geworden - es scheint, als ob sich unser gewohntes Weltbild gerade auflöst. Andererseits haben wir den Kopf noch nicht frei für den Entwurf von Alternativen.
Diesen Befund spiegeln Hans Ulrich Gumbrechts Glossen und Artikel aus NZZ und FAZ, etwa über Muhammad Ali, Armut in Indien, Kinderkriegen, Liebe im Alter, die Ästhetik des Selfies, Political Correctness, den Tod der eigenen Mutter, Freiheit oder Gewalt.
Rezensionsnotiz zu
Neue Zürcher Zeitung, 06.06.2019
Rezensent Thomas Ribi bewundert Hans Ulrich Gumbrecht für seinen Mut. Dass der Autor dort hingeht, wo es wehtut und das Denken unbequem wird, findet er bemerkenswert. Wenn Gumbrecht in seinen Zeitungskolumnen solcherart die Gegenwart erkundet, unsere durch Screens vermittelte Weltwahrnehmung, und dagegen Momente der Präsenz auffährt, ein Fußballspiel, eine Diskussion, wird Ribi fast wehmütig. Wie gut der Autor darin ist, riskant zu denken, allzu schnelle Antworten zu meiden und gegen Dogmen zu streiten, erkennt Ribi mit jedem einzelnen der hier versammelten Essays.
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