Aus dem Englischen von Stefan Bollmann. Wie sieht Deutschlands Zukunft aus, und worin bestehen seine langfristigen Probleme? Vor dem Hintergrund dieser Fragen analysiert Horst Siebert fundiert und nüchtern die deutsche Volkswirtschaft und wartet mit konkreten Lösungen für all diejenigen auf, die unser Land führen und verändern müssen.
Rezensionsnotiz zu
Neue Zürcher Zeitung, 16.01.2006
Rezensent Willy Zeller lobt diesen Band als "reichhaltiges" Sachbuch über die Entwicklung der Wirtschaft und Gesellschaft Deutschlands seit der Wiedervereinigung. Im Zentrum der kritischen Betrachtung sieht Zeller vor allem den Sozialstaat "mit seinen Übersteigerungen" stehen, zu den "hauptsächlichen Stichwörtern" zählt er Tariflöhne, Kündigungsschutz und Mitbestimmungsnormen. Seinen Autor stellt der Rezensent als "ordnungspolitsch gradlinigen Wirtschaftswissenschafler" und ehemaliges Mitglied des deutschen Sachverständigenrates vor. Der Rezensent teilt die im Buch formulierte Kritik an der Entfernung der Politik von den Leitlinien der Sozialen Marktwirtschaft und unterstreicht besonders seinen kritischen Aufruf zur "gründlichen Neuorientierung" der deutschen Volkswirtschaft und nach einem "institutionellen Urknall" wie 1948, der zu mehr Wettbewerb und weniger Staat führen soll.
Rezensionsnotiz zu
Neue Zürcher Zeitung, 07.05.2005
Rundum überzeugend findet der "pra." zeichnende Rezensent diesen Band, in dem der ehemalige "Wirtschaftsweise" Horst Siebert eine umfassende wirtschaftspolitische Analyse der deutschen Wirtschaftsmisere samt Therapievorschlägen vorlegt. Eingehend preist er nicht nur Kompetenz, Sachverständnis und Detailkenntnisse des renommierten Autors, sondern auch dessen Fähigkeit, nüchtern, präzise und verständlich zu schreiben. Deutlich hebe sich Sieberts Buch von der umfangreichen, oft marktschreierischen Krisen- und Reformliteratur ab. Als "fundiert und sachlich" bewertet der Rezensent Sieberts Ausführungen über die Ursachen der deutschen Wachstumsschwäche sowie die detaillierte Beschreibung aktueller Strukturen und Probleme. Den Verlust volkswirtschaftlicher Dynamik in Deutschland gehe nach Siebert vor allem auf die institutionellen Rahmenbedingungen des Landes zurück. Nur zustimmen kann der Rezensent dem Autor bei seinen Therapievorschlägen. Demnach sei für einen wirtschaftlichen Aufschwung in Deutschland vor allem ein Mentalitätswandel zu mehr Freiheit und Wettbewerb nötig.
Rezensionsnotiz zu
Die Tageszeitung, 17.03.2005
Deutschen Lesern sei mit diesem ursprünglich für den amerikanischen Markt konzipierten Buch nicht gedient, warnt Ulrike Herrmann. Wer wolle schon so langatmig die Geschichte der Gewerkschaften erklärt bekommen, oder lernen, wie die deutsche Arbeitslosenversicherung funktioniert, fragt sie. Aber das ist in ihren Augen noch nicht das wirklich Ärgerliche an dem Buch. Die subtile Meinungsmache, die der Autor durch sein nur "scheinbar objektives Handbuchwissen" betreibt, erregt sie weitaus mehr. So führt Siebert etwa auf, dass die Verwaltung der deutschen Sozialsysteme 21,3 Milliarden Euro an Kosten bzw. 5 % der Ausgaben insgesamt ausmacht, vergisst aber zu erwähnen, dass der Verwaltungsaufwand bei den privaten Krankenkassen 10 % betrage. Siebert setze seine Überzeugungen absolut, kritisiert Herrmann, was zu einer "argumentationslosen Selbstgewissheit" führt, die dem Buch schade und es außerdem "langweilig" mache.
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