"Glaubst du, wir kommen eines Tages an den Ort, an dem sich alles klärt. Jedes Rätsel. Glaubst du an diesen Ort?" Die Welt, wie wir sie kennen, existiert nicht länger. Die Zukunft des Jahres 2057 präsentiert sich nach einer globalen Katastrophe und der Großen Transformation wie das finstere Mittelalter. Aus einem der abgeschiedenen Dörfer muss ein 21-Jähriger fliehen, weil er dem Liebhaber seiner Mutter ein Messer in die Brust gestoßen hat. Hinter ihm befindet sich die schützende Gemeinschaft, vor ihm Eis, Schnee, unwegsames Gebirge und irgendwo vielleicht der verschwundene Vater. Der Autor dieser düsteren Imagination feilt 2021 in Kapstadt an den letzten Korrekturen seines Romans. Überall mehren sich die Zeichen, dass man auf die Katastrophe zusteuert. Während ihn vor allem eine neue Geschichte beschäftigt, ahnt er nicht, wie nahe er selbst am Abgrund steht. Bisher hat er seine Figuren leiden lassen, nun leidet er.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 10.10.2015
Oliver Jungen haut es um. Einen Lauf, vermutet er, muss Hansjörg Schertenleib gehabt haben beim Verfassen dieses "grandiosen" Romans. Wie sonst geht es an, dass jede Figur, jedes Wort mit Leichtigkeit sitzt? Schertenleib komponiert dabei kein ganz leichtes Zukunftsszenario, wie Jungen erklärt. Vielschichtig, auf verschiedenen miteinander verbundenen, einander spiegelnden Erzählebenen, reflektiert er über eine prekäre Zukunft im Jahr 2021 bzw. 2057, ohne allzu philosophisch zu werden, versichert Jungen. Am besten gefällt ihm Schertenleibs liebevoll genauer Blick in eine märchenhafte Postapokalypse, der die Utopie in der Dystopie aufzeigt, ohne albern zu wirken. Für Jungen ein Ausweis von Stilsicherheit.
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