Harald Haarmann

Vergessene Kulturen der Weltgeschichte

25 verlorene Pfade der Menschheit
Cover: Vergessene Kulturen der Weltgeschichte
C.H. Beck Verlag, München 2019
ISBN 9783406734106
Gebunden, 223 Seiten, 18,00 EUR

Klappentext

Mit 52 Abbildungen und Karten. Die alten Griechen und Ägypter stehen in jedem Geschichtsbuch, aber was ist mit dem sagenhaften Goldland Punt oder dem paradiesischen Dilmun? Viele Kulturen sind heute nur noch in Sagen von exotischen Ländern oder archäologischen Zeugnissen greifbar. Harald Haarmann nimmt in seinem kurzweiligen Buch 25 dieser Stiefkinder unter die Lupe und zeigt, was uns bisher entgangen ist.
Manche Kulturen werden für immer vergessen bleiben, andere haben zumindest Spuren hinterlassen, denen wir folgen können. Harald Haarmann entdeckt steinzeitliche Siedlungen am Baikalsee, geht dem Rätsel der Pelasger nach, der vorindoeuropäischen Bevölkerung Griechenlands, findet einen historischen Kern in den Geschichten von den Amazonen-Kriegerinnen vom Schwarzen Meer, erklärt die seltsame Kultur der Osterinsel, die durch hausgemachte Umweltprobleme unterging, und beschreibt die jüngst entdeckten Reste von Großsiedlungen in der südlichen Amazonas-Region, wo man bisher nur Jäger und Sammler im unberührten Urwald vermutet hat.
Insgesamt zeigen die 25 Stiefkinder, dass die Menschheit mehr Optionen hatte, als wir denken. In einer Zeit, in der uns die Schattenseiten unserer eigenen Kultur bewusst werden, sollten wir uns an die verlorenen Pfade erinnern.

Rezensionsnotiz zu Deutschlandfunk Kultur, 25.04.2019

Eine faszinierende Lektüre, so scheint es, welche überkommene Vorstellungen von der Kulturgeschichte der Menschheit in Frage stellt. Rezensent Günther Wessel lernt bei der Lektüre des Buchs von Harald Haarmann etwa, dass man mit modernen Luftkameras im angeblich unberührten Amazonasgebiet begrabene Überreste ganzer Städte findet, von denen man noch nie gehört hat. Ebenso nennt er zwei Siedlungen in Anatolien aus dem achten oder zehnten vorchristlichen Jahrtausend, die von Kulturen zeugen, über man sonst nichts weiß (eine von ihnen scheint egalitär gewesen zu sein, weil es keine Palastbauten gibt). Viele Kulturen seien schlicht wegen eingeschleppter Krankheiten komplett ausgestorben, hat Wessel erfahren. Noch erstaunlicher die archäologischen Nachrichten aus Amerika: Inzwischen ist es wohl erwiesen, dass Europäer schon vor 20.000 Jahren in Nordamerika landeten. Und selbst in Peru finden sich genetische Beweise einer Präsenz von Europäern aus prähistorischer Zeit. Über die Machart des Buchs sagt Wessel nicht so viel, nur dass sich Haarmann mit Wertungen zurückhalte. Um so mehr rege er den Leser zum Selberdenken an.

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