Heinrich August Winklers vierbändige "Geschichte des Westens" ist ein vielfach gerühmtes Meisterwerk der deutschen Geschichtsschreibung. Doch nicht jeder kann die gewaltigen Dimensionen dieser vieltausendseitigen Gesamtdarstellung bewältigen. Deshalb hat der große Historiker diese einbändige Weltgeschichte geschrieben, die den Weg des Westens von den Anfängen in der Antike bis in unsere unmittelbare Gegenwart erzählt und zugleich die großen Deutungslinien prägnant herausarbeitet.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 04.02.2020
Als "Best of" seiner Darstellungen über die westliche Welt bezeichnet Thomas Speckmann Heinrich August Winklers neues Buch. Klar, dass der Historiker sich beschränken muss. Es geht um die USA, Großbritannien, Frankreich, Deutschland und Italien und nur am Rand ums östliche Mitteleuropa und Kanada. Für Speckmann kein Problem, die Hauptsache scheint ihm, dass der Autor die schon immer bestehenden inneren Widersprüche und Herausforderungen des so definierten Westens gut herausarbeitet und mit den heutigen Krisen abgleicht, ohne in Alarmismus zu verfallen. Das wirkt auf Speckmann mitunter verblüffend zeitlos.
Michael Kuhlmann versteht das neue Buch von Heinrich August Winkler vor allem als Appetitanreger für die Lektüre von Winklers umfangreicher "Geschichte des Westens". Der neue Band bietet dem Leser zwar laut Kuhlmann Winklers fachliche Souveränität und gekonnte Stilistik, die kundige Einordnung von Ereignissen und Trends, die für Kuhlmann besonders beeindruckend ist, wenn der Autor epochenübergreifend arbeitet, und auch einige aktuelle Ergänzungen zum opus magnum. Darüber hinaus aber erscheint er dem Rezensenten als eine Art Brühwürfel ohne wesentlich neue Aspekte gegenüber dem opulenten Mahl von 2015. Ärgerlich findet er die vielen Druckfehler der Ausgabe, die sich, so seine Vermutung, beim Kürzen eingeschlichen haben.
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