Herausgegeben und aus dem Mittelhochdeutschen von Volker Mertens. Neue Edition mit neuen Übersetzungen des vielseitigsten und innovativsten deutschen Autors des Mittelalters.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 03.05.2005
Anders als beim Ersten Band der Neuausgabe des erzählerischen Werks von Hartmann von Aue hat Kritiker Joachim Heinzle an dieser von Volker Mertens besorgten Bearbeitung und Kommentierung nichts auszusetzen. Die Erzählungen "Gregorius" und "Armer Heinrich" seien zwischen den Romanen "Erec" (Erster Band) und "Iwein" (Zweiter Band) entstanden, gibt Heinzle die Vermutung des Bearbeiters weiter. "Gregorius" erzähle die Legende vom Inzest-Sünder Gregorius, der nach harter Buße doch noch Papst wird und Thomas Manns "Erwähltem" Vorbild gewesen sein soll; "Der arme Heinrich" wiederum ist mit Aussatz geschlagen und wird auf wundersame Weise geheilt, fasst der Rezensent den Inhalt der beiden Erzählungen zusammen, die er raffiniert, spannend und anrührend findet. Richtig begeistert aber zeigt sich Heinzle von dem Roman "Iwein", auch dies eine freie Übertragung Hartmann von Aues aus dem Französischen nach einem Roman von Chrestien de Troyes. Hier hat sich der Ritter mal nicht im Bett "verstiegen", sondern schlicht "verritten", erzählt Heinzle verschmitzt. Mertens Übersetzung sei treffsicher und unprätentiös, lobt er, seine Kommentare von "wohltuender Knappheit", so dass ihn diese Neuausgabe hoffen lässt, Aues spannende Erzählungen und seinen mittelalterlichen Artusroman ließen sich nicht nur einem Fachpublikum näher bringen.
Rezensionsnotiz zu
Neue Zürcher Zeitung, 09.04.2005
Die Werke von Hartmann von Aue haben nichts von ihrer Wirkung verloren, befindet der "rh" zeichnende Rezensent angesichts dieses Bandes, in dem der Artusroman "Iwein" mit seinen über 8.000 gereimten Versen und die kürzeren Verserzählungen "Gregorius" und "Der arme Heinrich" vereint sind. Dem Leser dieser Ausgabe des Deutschen Klassiker-Verlags werde die Lektüre durch verschiedene Aspekte erleichtert, freut sich der Rezensent. Zum einen finde sich neben den mittelhochdeutschen Originalen auch eine lebendig gestaltete Übersetzung ins moderne Deutsch von Volker Mertens, zum anderen erschließe der Einleitungstext dem Leser Hintergründe zur Person und zur Geschichte des Iwein-Stoffes sowie zu verschiedenen Lesarten. Die Orientierung werde dem Leser darüber hinaus durch Inhaltsübersichten erleichtert, das Verständnis durch wissenschaftliche Kommentare zu verschiedenen Textstellen.
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