Die Entwicklung der Europäischen Union scheint unaufhaltsam. Aber identifizieren sich die Bürger Europas auch mit dieser expandierenden Union?
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 02.07.2001
Nach Michael Salewski hinkt dieses Buch bereits im Ansatz, weil das europäische Selbstverständnis kaum - wie hier geschehen - aus europäischen Äußerungen über Amerika destilliert werden könne. Dadurch werde das "angebliche Europabild zu einer bloßen Stanzform des amerikanischen". Kaelble hat nach Ansicht des Rezensenten darüber hinaus Thesen postuliert, die sich aus Quellen in keiner Weise ergeben bzw. er habe "seine Quellen auf etwas befragt, wonach diese niemals gesucht haben". Auch vermisst der Rezensent die wirklich wesentlichen Fragen, etwa was die Rassenfrage betrifft, den West-Ost-Konflikt, Antisemitismus oder auch die Frauenfrage. Selbst Lenin, Stalin, Mussolini und Hitler tauchen in dieser Darstellung nicht auf, bemängelt Salewski. Darüber hinaus hätte er sich gewünscht, dass Kaelble auch die Ergebnisse europäischer Amerika-Historiker der letzten Jahre mit einbezogen hätte, ebenso wie demoskopische Ergebnisse, Einsichten durch die "vergleichende Schulbuchforschung" sowie den Dialog über das 'zerrissene' Europa.
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