Novellen, die vom Zustand jener Unglücklichen erzählen, denen das Bewusstsein ein besonderes Verhängnis war. Novellen über Nietzsches Wahnsinn, die Goebbels-Kinder, den rätselhaften Freitod von Kleist und Henriette Vogel, den Nihilisten Alfred Seidel, der, kaum neunundzwanzig Jahre alt, in einer Erlanger Nervenklinik endete, und über eine Jüdin, die mit einem SS-Mann, ihrem Mörder, spazieren geht.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 30.03.2017
Zeitlose Erzählkunst bekommt Rezensent Elmar Schenkel mit den wiederaufgelegten fünf Novellen von Hartmut Lange, den Schenkel einen großen Denker und Zweifler nennt. Ob Lange Franz Liszt zum Vorspielen in den Führerbunker begleitet oder Kleist zum Freitod an den Wannsee - immer ist es dunkel und kalt, meint Schenkel, und immer schildert der Autor minutiös, was vorgeht. Selten hat das bevorstehende Nichts einen so starken Sog auf den Rezensenten ausgeübt wie in diesen Texten, selten war er danach so allein mit seinen Gedanken. Verstörend ist die Gesellschaft der Toten, meint Schenkel, erst recht, wenn die Verunsicherungen, die von ihr ausgehen, so dicht komponiert sind wie hier.
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