Hartmut Rosa

Unverfügbarkeit

Cover: Unverfügbarkeit
Residenz Verlag, Salzburg 2018
ISBN 9783701734467
Kartoniert, 96 Seiten, 19,00 EUR

Klappentext

Ein Plädoyer für eine Gesellschaft, die der Verfügbarkeit der Welt Grenzen setzt. Das zentrale Bestreben der Moderne gilt der Vergrößerung der eigenen Reichweite, des Zugriffs auf die Welt: Diese verfügbare Welt ist jedoch, so Hartmut Rosas These, eine verstummte, mit ihr gibt es keinen Dialog mehr. Gegen diese fortschreitende Entfremdung zwischen Mensch und Welt setzt Rosa die "Resonanz", als klingende, unberechenbare Beziehung mit einer nicht-verfügbaren Welt. Zur Resonanz kommt es, wenn wir uns auf Fremdes, Irritierendes einlassen, auf all das, was sich außerhalb unserer kontrollierenden Reichweite befindet. Das Ergebnis dieses Prozesses lässt sich nicht vorhersagen oder planen, daher eignet dem Ereignis der Resonanz immer auch ein Moment der Unverfügbarkeit.

Rezensionsnotiz zu Deutschlandfunk Kultur, 25.01.2019

Michael Opitz wird gelassener mit diesem Buch des Soziologen Hartmut Rosa. Aufbauend auf seinem Text "Resonanz" von 2016 stellt der Autor laut Opitz die These auf, dass Schneefall im Winterurlaub das Unverfügbare wäre, auf das wir zwar Ansprüche erheben, das wir sogar einklagen können, das jedoch gerade als Unverfügbares und Unsicherheitsfaktor wesentlich zur gelingenden Erfahrung von Resonanz beiträgt. Die Beispiele im Buch findet Opitz überzeugend, den Essay selbst gut lesbar. Rosa kann ihm vermitteln, das der von ihm erkundete Problembereich zentral ist für die Moderne.

Rezensionsnotiz zu Die Tageszeitung, 19.01.2019

Für eine kritische Gesellschaftstheorie erscheint Christopher Wimmer der neue Band des Soziologen Hartmut Rosa etwas dünn. Dass der Autor im Anschluss an sein Buch "Resonanz" unser Kontrollbedürfnis rekapituliert und kritisiert, findet Wimmer richtig, aber auch ein wenig billig. Rosas präzise und lesbar vorgetragenen Rat, Unverfügbarkeit zuzulassen und nett zueinander zu sein, will Wimmer zwar nicht abweisen, dass der Autor im Ungefähren bleibt, statt auf Veränderbarkeit zu zielen, findet er jedoch unbefriedigend.

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