Aus dem Amerikanischen von Bernhard Schmid. Gegen den Big-Other-Kapitalismus ist Big Brother harmlos.
Die Menschheit steht am Scheideweg, sagt die Harvard-Ökonomin Shoshana Zuboff. Bekommt die Politik die wachsende Macht der High-Tech-Giganten in den Griff? Oder überlassen wir uns der verborgenen Logik des Überwachungskapitalismus? Wie reagieren wir auf die neuen Methoden der Verhaltensauswertung und -manipulation, die unsere Autonomie bedrohen? Akzeptieren wir die neuen Formen sozialer Ungleichheit? Ist Widerstand ohnehin zwecklos?
Zuboff bewertet die soziale, politische, ökonomische und technologische Bedeutung der großen Veränderung, die wir erleben. Sie zeichnet ein unmissverständliches Bild der neuen Märkte, auf denen Menschen nur noch Quelle eines kostenlosen Rohstoffs sind - Lieferanten von Verhaltensdaten. Noch haben wir es in der Hand, wie das nächste Kapitel des Kapitalismus aussehen wird. Meistern wir das Digitale oder sind wir seine Sklaven? Es ist unsere Entscheidung!
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 05.10.2018
Thomas Thiel hält das Buch der Harvard-Ökonomin Shoshanna Zuboff für wichtig und mutig. Laut Thiel geht es um nichts Geringeres, als die Schlacht gegen die Plattformökonomie zu schlagen. Warum und wie, das lehrt die Autorin für Thiel auf bestechend klare Weise. Nicht nur zeigt sie ihm, wie Neoliberalismus, Verhaltenslehre und Algorithmenwirtschaft Hand in Hand gehen und das Individuum lahmlegen, sie erklärt ihm auch, dass die Tech-Ideologie alles andere als freiheitlich strukturiert ist und vor allem die Gesetzgebung gefordert ist (weniger die Beteiligung der User), um den Überwachungskapitalismus in die Schranken zu weisen.
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