Erst in Tunesien, dann in Ägypten, dann in immer mehr Staaten der Region haben die Menschen im Nahen Osten und Nordafrika begonnen, ihr politisches Schicksal selbst in die Hand zu nehmen. Auch wenn 2011 zunächst nur einige Autokraten stürzten und die Mühen des Aufbaus demokratischer Staaten und Gesellschaften noch ausstehen, erleben wir eine Zeitenwende in der arabischen Welt: einen politischen Bruch, eine neue Generation meldet sich zu Wort, die Verhältnisse zwischen den Staaten ordnen sich neu. Veränderung bedeutet Unruhe, auch Unsicherheit. Aber von Marokko bis zur Arabischen Halbinsel herrscht vor allem Aufbruchsstimmung, in einigen Ländern auch die Euphorie der Befreiung. Die Forderungen der Bürger in den Staaten der arabischen Welt wie auch in Iran sind sehr ähnlich: Würde, Freiheit, demokratische Beteiligung und ein Ende von Korruption und Unterdrückung. Und überall sind die Proteste vor allem von einer jungen Generation den 2011ern getragen.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 19.01.2012
Aus den rund ein Dutzend umfassenden deutschsprachigen Büchern zur arabischen Revolution, die vor einem Jahr in Ägypten ihren Anfang nahm, hat Markus Bickel auch dieses Buch herausgegriffen. Volker Perthes blickt in seinem Buch zum arabischen Frühling "verhalten" optimistisch in die Zukunft, stellt der Rezensent fest. Für den Autor ist die arabische Revolution vor allem ein "Aufstand der Jugend", die der dschihadistischen Bewegung, die mit den Al-Qaida-Anschlägen vom 11. September begann, ein Ende setzt. Insbesondere dass der Autor, Direktor der Berliner Stiftung für Wissenschaft und Politik", die unterschiedlichen Strömungen des politischen Islam in den Blick nimmt, macht die Lektüre für den eingenommenen Rezensenten so fesselnd.
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