Hedin Bru

Vater und Sohn unterwegs

Roman
Cover: Vater und Sohn unterwegs
Guggolz Verlag, Berlin 2015
ISBN 9783945370032
Gebunden, 205 Seiten, 22,00 EUR

Klappentext

Aus dem Färöischen von Richard Kölbl. Ketil, ein kauziger färöischer Fischer, ersteigert bei einer Auktion nach einem ertragreichen Walfang ein für ihn zu großes und zu teures Stück Walfleisch. Als er erfährt, dass er es bis zum Ende des Jahres abbezahlen muss, lässt er nichts unversucht, um das nötige Geld aufzutreiben. Sein Ehrgefühl erlaubt es ihm nicht, mit Schulden zu leben. Das jüngste seiner elf Kinder und das letzte, das noch mit in seinem Haus lebt, sein Sohn Kalvur, begleitet ihn bei den Unternehmungen. Heðin Brú erzählt von dem alternden Fischer, dessen Alltag von seiner Arbeit und dem Wetter geprägt ist, dessen Schicksal jedoch weit über die abgelegenen Färöer Inseln hinausweist.

Rezensionsnotiz zu Neue Zürcher Zeitung, 25.07.2015

Drei Bücher von den zur dänischen Krone gehörenden Färöer Inseln stellt Karl-Markus Gauß vor: Mit Hedin Brus bereits 1940 erschienenem Roman "Vater und Sohn unterwegs" begibt er sich in die ihm unbekannte archaische Welt, in der sich langsam erste Anzeichen von Fortschritt bemerkbar machen. Der Rezensent begleitet hier den alten Fischer Ketil beim Walfang mit seinem jüngsten Sohn Kalvur, erlebt die Schönheit der Wale, aber auch die ungeschönt beschriebene Brutalität der Jagd und lernt von dem Sozialrealisten Bru, wie der Einbruch der Moderne die färöische Gesellschaft erschüttert. Nicht zuletzt lobt der Kritiker das informative Nachwort und die Übersetzung Richard Kölbls, der Brus Kunstsprache gelungen ins Deutsche übertrage.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Rundschau, 28.04.2015

Etwas Hintergrund zu diesem erstmals 1940 erschienenen Buch kann nicht schaden, meint Sylvia Staude und liest mit Interesse Nachwort und Anmerkungen zu Hedin Brús Geschichte aus dem harten Leben eines Vaters und seines Sohnes auf den "Schafinseln" in den 30ern. Staude lernt, dass der Band einer der ersten Romane ist, die je auf Färöisch verfasst wurden und dass eine moderne Schriftsprache dort erst nach 1912 entwickelt wurde. Wenn Vater und Sohn in dem Roman zum Grindwal-Schlachten gehen, erfährt die Rezensentin viel über sich verändernde moralische Werte und Generationenkonflikte auf den Färöern.
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