Aus dem Dänischen von Ulrich Sonnenberg. Johannes V. Jensen (1873-1950) erzählt in seinen Geschichten aus Himmerland von einer untergegangenen Welt. In zwölf Erzählungen, mit denen er 1898 erstmals als Schriftsteller in Erscheinung trat, nimmt er einzelne Protagonisten einer vorindustriellen bäuerlichen Dorfgesellschaft in den Blick. Jensen beschreibt die archaischen Verhältnisse und Lebensbedingungen seiner Figuren mit feiner Zartheit und berührender Einfühlsamkeit: Wir lernen Landsknechte, Mägde, Hoferben, den Tierarzt und den Schmied kennen, erfahren, was am Neujahrsmorgen im Dorf passiert und was es mit Thomas vom Brückenhof auf sich hat.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 09.01.2018
Wie die hier versammelten Erzählungen Anfang des 20. Jahrhunderts den Durchbruch für den dänischen Autor Johannes V. Jensen bedeuteten, so wird dieser Band ihm nun zur Wiederentdeckung verhelfen, hofft Rezensent Matthias Hannemann. Ein erster Schritt ist dank dieser kundigen und mit einem Nachwort von Carsten Jensen versehenen Ausgabe des Guggolz Verlages getan, fährt der Kritiker fort und lässt sich von Jensen gebannt ins Himmerland entführen: Karg ist die Landschaft, die Menschen arbeiten hart, ihr Leben ist oft trostlos und brutal, erfährt der Rezensent, der mit den wunderbar "trocken" skizzierten Bewohnern zugleich stille Glücksmomente beim Trinken, Tanzen und Schäkern erlebt.
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 15.11.2017
Der dänische Literaturnobelpreisträger Johannes Jensen erzählt düstere Geschichten von der jütländischen Halbinsel, in denen die Protagonisten keinen Raum zum Träumen haben, berichtet Christoph Schröder. Tod und der Verlust der Jugend sind die Leitthemen, die einfache Arbeiter, Wüteriche und Trinker in den Erzählungen im "Himmerlandsvolk" nicht selten im eigenen Verschulden heimsuchen und wenig Hoffnung lassen. Der erste von zwei Bänden, der Ende des 19. Jahrhunderts erstmals veröffentlicht wurde, erzählt nun auch auf Deutsch in einigen Kurzgeschichten von trostlosen Schicksalen, die dabei aber ein sehr feines Gespür für Vergänglichkeit und Verfall beweisen, findet der Rezensent.
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