Mit 35 Abbildungen. Das System der Behindertenwerkstätten ist ins Visier der Kritik geraten. Für viele Menschen mit Behinderung bilden diese alternativlose Sonderwelten - ohne Perspektiven, im allgemeinen Arbeitsmarkt unterzukommen, und ohne ausreichende Entlohnung. Dagegen fordert die UN-Behindertenrechtskonvention aus menschenrechtlicher Perspektive die volle Inklusion von Menschen mit Behinderungen in den allgemeinen Arbeitsmarkt. Genau hier hat dieser Band seinen fachlichen, inhaltlichen und problemorientierten Standort. Es werden die sozialen, politischen, wirtschaftlichen und rechtlichen Bedingungen der Entwicklung der WfbM betrachtet. Vor dem Hintergrund internationaler Regelwerke, aber auch der Bundesgesetzgebung werden der Veränderungsdruck auf die Werkstätten beschrieben. Konzeptionelle Alternativen und Lösungsansätze werden im internationalen Vergleich vorgestellt.
Rezensent Christoph Richter sieht über die hölzerne Sprache des von Heinrich Greving und Ulrich Scheibner herausgegebenen Sammelbandes hinweg angesichts einer Aussage, die ihn aufhorchen lässt: Das System der Behindertenwerkstätten ist veraltet, menschenverachtend und gehört abgeschafft! Richter hat keinen Zweifel, dass die Autoren genau wissen, wovon sie berichten, wenn sie Behindertenwerkstätten als Abstellgleise für Menschen mit Handicap bezeichnen. Dass die dort für einen Hungerlohn schuftenden Menschen keine Chance auf eine echte Karriere oder auch nur gesellschaftliche Eingliederung bekommen, ist für Richter nur eins der alarmierenden Erkenntnisse im Buch. Das umfangreiche Literaturverzeichnis macht den Band zu einem Standardwerk zum Thema, meint er.
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