Übersetzt von Laura Heidrich und Kori Klima. Mit Kapitelzusammenfassungen in Einfacher Sprache. Wie können wir Inklusion endlich umsetzen? Eine so persönliche wie politische Geschichte. 2016 wird Hadija Haruna-Oelker Mutter eines behinderten Kindes. Immer wieder trifft sie auf Barrieren und trennende Systeme, die seit Jahrzehnten bekannt sind: Bürokratie, pseudoinklusive Schulen oder unhinterfragte Diskriminierungen und Abwertungen im Alltag. Warum fehlt es an umfassender Teilhabe und Teilgabe für behinderte Menschen? Und wie treten wir dem Erstarken sozialdarwinistischer Vorstellungen in unserer Gesellschaft entgegen? Aus einer Schwarzen, intersektionalen Perspektive spürt die Journalistin und Politikwissenschaftlerin nichterzählten Geschichten, verdrängten Verbrechen in der Vergangenheit und starken Stimmen der Gegenwart nach. Auf ihren heranwachsenden Sohn blickt sie in der Überzeugung, dass in Kindheiten die Kraft liegt, Trennungen zu überwinden und Ungesagtes auszusprechen. In ihrer so persönlichen wie politischen Geschichte zeigt sie, wie Inklusion konkret umgesetzt werden kann. Sie plädiert für ein umfassendes gesellschaftspolitisches Nachdenken, einen Perspektivwechsel und ein Verständnis für Menschenrechte. Und nicht zuletzt für eine Gesellschaft der Gegenseitigkeit, in der alle selbstbestimmt leben können.
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 12.10.2024
Nicht einfach nur für mehr Inklusion, sondern für einen anderen Umgang mit Differenz plädiert Hadija Haruna-Oelker in ihrem Buch, erläutert Rezensentin Marie Schmidt. Es geht um den Umgang der deutschen Gesellschaft mit Behinderung, der Haruna-Oelker zufolge nach wie vor mangelbehaftet ist. Menschen mit Behinderung werden gesellschaftlich in vielen Hinsichten ausgegrenzt, erfährt Schmidt von Haruna-Oelker, gerade auch im Bildungsbereich, Förderschulen etwa fördern nicht, sondern befördern ihre Absolventen in parallele soziale Strukturen ohne Kontakt zum Rest der Gesellschaft. Die Autorin verdeutlicht ihre These mit einer Kreismetapher, beschreibt die Rezensentin, es geht ihr darum, nicht einfach nur den gesellschaftlichen Kreis um Behinderte zu erweitern, sondern neue Formen des Sozialen zu denken, Formen, die auf Anerkennung von Differenz beruhen. Auch harsche Widerstände gegen mehr Inklusion zum Beispiel von AfD-Seite werden laut Schmidt im Buch thematisiert. Insgesamt gibt es viel zu tun, schlussfolgert Schmidt nach der bereichernden Lektüre.
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