In seiner Besprechung des Buches scheint sich Michael Schwelien die unbequemen Fragen des pensionierten Brigadegenerals zu eigen zu machen. Mit ausführlichen Zitaten führt er vor, dass dem Leser am Ende der Lektüre offenbar kein anderer Schluss bleibt, als dass der Krieg - den der Autor einen Krieg und nicht, wie Scharping dazumal "Luftschläge" nennt, wie der Rezensent dankbar bemerkt -, auf einer äußerst schwachen Beweisgrundlage begonnen wurde. Sowohl Außenminister Fischer als auch Verteidigungsminister Scharping, so Loquai, machten höchst widersprüchliche Äußerungen zum sogenannten Hufeisenplan, also der angeblich von langer Hand geplanten Vertreibung der albanischen Bevölkerung durch Serben im Kosovo. Schwelien gibt der kritischen Analyse des Autors viel Raum, schreibt jedoch nicht, ob und welche neuen Einsichten für ihn oder den Autor daraus über die wirklichen Gründe des Krieges erwachsen sind.
Rüdiger Rossig ist zunächst einmal erleichtert, dass der Autor, Brigadegeneral a.D. der Bundeswehr und Militärberater der OSZE, seine Analyse des Krieges nicht schon mit der Schlacht auf dem Amselfeld 1389 beginnt. Von langatmigen geschichtlichen Abrissen scheint Rossig die Nase voll zu haben. Loquai begrenze sich "auf den Zeitraum von 1997 bis zum März 1999". Der Vorteil ist jedoch auch ein Nachteil: So kritisiert Rossig, dass der Autor "alle Hintergründe" des Konflikts außer Acht lässt. Zu Fehleinschätzungen führt laut Rossig, dass sich Loquai zwar auf "alle wichtigen ausländischen Bücher" stützt, aber keine mittel- oder osteuropäischen Werke gelesen habe. Immerhin sei die westliche Literatur ziemlich vollständig "ausgewertet und verständlich zusammengefasst" worden.
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