Der italienische Journalist Paolo Rumiz macht sich auf die Suche nach den Wurzeln des Balkankonflikts und zerstört in hautnahen Reportagen bequeme Deutungsmuster und politische Illusionen. Mit einem Vorwort von Claudio Magris.
Besonders gefallen hat Rudolf Walther an dem Buch des italienischen Journalisten, dass es die Rolle der Medien in den Balkankriegen der neunziger Jahre bloßstellt. Rumiz zeige, wie die Medien in allen Landesteilen Ex-Jugoslawiens als wahre "Hassmaschinen" funktioniert hätten. Allerdings findet Walther, dass Rumiz in seiner Wortwahl häufig übertreibt, etwa wenn er vom "Stalingrad an der Donau" spricht.
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 25.03.2000
Günther Fischer weiß es zu schätzen, das Paolo Rumiz der Schuldfrage hinsichtlich der Kriege auf dem Balkan aufs Neue nachspürt. Zustimmung äußert Fischer angesichts Rumiz` These, dass ethnische Konflikte nur bedingt als Ursache für diese Konflikte in Frage kommen. Rumiz belege, wie Krieg zur Durchsetzung verschiedener Interessen benutzt werde. Dazu gehöre seiner Ansicht nach "sogar das gezielte Versagen der Diplomatie". Fischer lobt die "akribische Spurensuche" des Autors, mit der dieser so manchen "Beweis" als "gezielte Desinformation" entlarve. Regelrecht schockierend findet er Rumiz` Ausführungen über die albanische Mafia, die angeblich durch dunkle Machenschaften das Dreifache des albanischen Bruttosozialproduktes umsetzt. Daher sei Frieden auf dem Balkan ohne "Zusammenarbeit mit Verbrechern" nicht denkbar.
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