Aus dem Französischen von Patricia Klobusiczky. Warum beendet eine in Leben und Beruf stabile Frau eine glückliche Beziehung, um sich mit Haut und Haar einem Mann auszuliefern, der ihr nicht guttut? Was als harmlose Begegnung unter Kollegen zu gemeinsamen Aufenthalten in Paris führt, entwickelt sich zu einer fatalen Leidenschaft. Aus erotischer Anziehung und Ebenbürtigkeit wird zu nehmend Qual, als Streitereien und Versöhnungen in immer dichterer Folge wechseln, Nachrichten und Treffen immer unverbindlicher und seltener werden. Die Affäre gerät zur Obsession, als der Geliebte verstummt und Mails unbeantwortet lässt. Dass er gleichzeitig keine endgültige Trennung akzeptiert, sondern immer wieder eifersüchtig und mit zerstörerischer Wucht in ihrem Leben auftaucht, zieht ihr vollends den Boden unter den Füßen weg.
Rezensionsnotiz zu
Deutschlandfunk Kultur, 18.08.2022
Rezensentin Manuela Reichart empfiehlt Hélène Gesterns Buch "Schwindel" nicht weiter. Die an der Universität von Nancy unterrichtende Autorin erzählt darin von ihren ziemlich gewöhnlich gescheiterten und teilweise toxischen Liebesbeziehungen und folgt dabei literarisch den Spuren von Annie Ernaux. Der Rezensentin zufolge scheitert das, denn sie liest hier statt einer spannenden Erzählung lediglich eine sprachlich wenig bietende "Aneinanderreihung von Begebenheiten und Einschätzungen, Beschreibungen und Analysen", deren Figuren ebenso fade sind wie das Geschehen. Reichart kann anerkennen, dass der Autorin das Aufschreiben aus ihrer Krise geholfen hat, aber um es als Literatur anerkennen zu können, bietet es zu wenig, schließt sie.
Rezensent Jan Drees ärgert sich über Helene Gesterns zwischen Essay und (autobiografischer) Erzählung changierenden Text über die durch eine gescheiterte Liebe ausgelöste Depression. So richtig mitleiden mag er nicht mit der Protagonistin, die nach zwei gescheiterten Liebesversuchen im Schmerz versinkt. Der Ton wechselt zwischen Kitsch und allzu technischer Argumentation, kritisiert der Rezensent. Lieber als von Gestern lässt er sich Liebesleid von Roland Barthes oder Eva Illouz auseinandersetzen. An die reicht Gesterns "erschütternd banaler", zäher Text nicht heran, findet Drees.
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