Aus dem Französischen von Claudia Steinitz. Paris, 1975. Camilles Mutter ist bei einem Autounfall gestorben. Unter den Beileidsschreiben findet Camille einen rätselhaften Brief von einem Unbekannten, der die Geschichte einer jungen Frau erzählt: von Annie, der großen Liebe des Verfassers. Camille glaubt an eine Verwechslung, doch in den nächsten Tagen kommen weitere Briefe. Sie erzählen von der jungen Malerin Annie und ihrer wohlhabenden Gönnerin, die seit langem vergeblich versucht, schwanger zu werden. Aus Dankbarkeit erklärt sich Annie bereit, ein Kind für sie zu empfangen und zur Welt zu bringen. Doch was gut gemeint war, wird bald zur Quelle von Eifersucht, Misstrauen und Hass, und irgendwann ist Annie spurlos verschwunden.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 16.06.2012
Von dem unpassend gewählten deutschen Titel "Das geheime Prinzip der Liebe" sollte man sich auf keinen Fall in die Irre führen lassen, warnt Rezensentin Sandra Kegel. Denn Hélène Grémillons im französischen Original als "Der Vertraute" veröffentlichte Debütroman ist keinesfalls "süßliche" Frauenliteratur, sondern ein wahres Juwel, bekräftigt die Kritikerin. Ganz angetan ist sie von dieser Geschichte um eine Leihmutterschaft in der französischen Provinz, in der die Autorin nicht nur die verschiedenen Formen von Liebe - zwischen Mann und Frau, Eltern und Kindern und zwischen Freundinnen - durchspiele, sondern mit beeindruckender Kälte auch zeige, wie schnell diese in Hass umschlagen könne. Gespannt folgt Kegel hier der Verlagslektorin Camille, die in den siebziger Jahren Briefe ohne Absender erhält, in denen sie nicht nur die Geschichte einer Frauenfreundschaft in den dreißiger Jahren liest, die nach einer Leihmutterschaft zerbricht, sondern auch, inwieweit diese Geschichte ihr eigenes Leben betrifft. Geradezu brillant erzähle Grémillon aus vier verschiedenen Perspektiven von unterschiedlichen Formen von Täuschung und Verrat, lobt die Kritikerin.
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