Helmut Eisendle läßt in diesem Buch zwei Ärzte aus dem 17. und 18. Jahrhundert, deren Forschungen im Bereich der Anatomie ihre Namensspuren hinterlassen haben, im 20. Jahrhundert aufeinandertreffen. Doch der Franzose Felix Vicq d´Azur und der Engländer Edwin Tyson saßen schon allein aufgrund der Zeit, in der sie gelebt haben, nicht miteinander auf den Studienbänken. Die beiden Männer diskutieren über Moral, Arbeit und Krieg, Normalität und Wahnsinn, Wahrheit und Erkenntnis. Ihre Gedanken umkreisen verschiedene gesellschaftliche Grundfragen, stellen Behauptungen auf, schweifen ab, verlieren sich, geraten in Streit miteinander. Manchmal gleiten die Gedanken von vernünftigen Bahnen ab, wird das Gespräch von erfundenen Geschichten und bedeutungsschwangeren Inhalten dominiert.
Rezensionsnotiz zu
Neue Zürcher Zeitung, 27.06.2002
In diesem Buch, erklärt uns Samuel Moser, geht es nicht um die Philosophie, sondern um philosophierende Philosophen. Keine Tautologie, sondern der Hinweis auf einen "philosophischen Showdown", einen Dialog zwischen zwei fiktiven Denkern, die sich nur durch ihr Sprechen konstituieren und die alten Fragen, etwa nach dem Verhältnis von Staat und Demokratie oder von Normalität und Wahnsinn debattieren. Dass im sokratischen Frage-Antwort-Spiel von Heraklit bis Habermas alle zu Wort kommen, versteht sich von selbst. Dass das "traumähnliche Sein" der Figuren hier "nicht weniger wahr" erscheint als dasjenige der historischen Gestalten und sich im Reden um des Redens willen "ein antizipiertes Stück glückseligen Lebens" zeigt, versichert uns der Rezensent.
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