Anfang der 1970er Jahre revolutioniert Jamaika den weltweiten Umgang mit Tonaufnahmen. Dort wo der Reggae entsteht, verbinden sich auf ungehörte Weise Technik und Musik. Studioaufnahmen werden in ihre Bestandteile zerlegt und über tiefer gelegten Bässen mit Hall und Echo neu zusammengesetzt. Die produktionstechnische Innovation revolutioniert die internationale Charts- und Clubmusik. Sie beeinflusst die zeitgenössische Musik in all ihren Facetten und macht selbst vor der Klassik nicht halt. 50 Jahre später ist die jamaikanische Erfindung unter der Bezeichnung "Dub" als globales Genre etabliert. Helmut Philipps hat mit Veteranen, Pionieren und Erfindern der Dub-Technik konferiert und erzählt die Biografie des jamaikanischen Dub.
Rezensent Olaf Karnik lobt Helmut Philipps' Geschichte des Dub in tiefsten Tönen. Nichts als Freude also bei Karnik über die versammelten Interviews mit Dubgrößen wie Errol Thompson, über die entscheidenden Toningenieure und ihre Kunst, über Studios, Mischpulte und Filter. Dass der Autor materialistisch orientiert ist und so der Entstehung unterschiedlicher Dubstile nachspürt, keine musikwissenschaftliche Analyse vorlegt, gefällt Karnik gut. Ein unverzichtbares Standardwerk, findet er.
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