Sowohl der sich stetig verstärkende Klimawandel als auch das damit zusammenhängende weltweite Artensterben sind im Bewusstsein der meisten Politiker:innen angekommen. Trotzdem wird noch immer zu wenig unternommen, um der globalen ökologischen Krise effektiv zu begegnen. Helmut Willke analysiert das bisherige Scheitern globaler Umweltpolitik aus gesellschaftstheoretischer Perspektive. Seine Analyse zeigt, inwiefern dieses Scheitern darauf zurückzuführen ist, dass die sozialen Teilsysteme "Wissenschaft", "Wirtschaft" und "Politik" jeweils eigenen, sich gegenseitig ausschließenden Teillogiken folgen. Nur wenn es gelingt, diese Teillogiken und das damit zusammenhängende systematische Ausblenden bestimmter Aspekte der ökologischen Katastrophe zu überwinden, kann globale Umweltpolitik gelingen.
Rezensionsnotiz zu
Deutschlandfunk Kultur, 04.11.2023
Etwas holzschnittartig scheinen Kritiker Christian Schüle die Ausführungen des Systemtheoretikers Helmut Willke zu der Frage, wie der Klimakrise auf internationaler Ebene begegnet werden kann. Willke hat zwar durchaus recht damit, dass rein individuelle Bestrebungen, den Klimawandel aufzuhalten, wenig nützen dürften, und damit, dass suprastaatliche Organisationen wie die OECD als Vorbild für die Klimakrisenbewältigung dienen können, aber für Schüle kommt der Autor immer wieder zur selben Lösung auf dieselben Fragen. Das ist zwar in der "Beharrlichkeit überzeugend", lässt jedoch beispielsweise die organisatorischen Probleme solcher Organisationen weitestgehend außen vor, moniert der Rezensent. Letztlich sieht er dennoch ein Buch mit "praktikablen Vorschlägen" für eine "globale Umweltpolitik".
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