Matthias Glaubrecht

Das stille Sterben der Natur

Wie wir die Artenvielfalt und uns selbst retten
Cover: Das stille Sterben der Natur
C. Bertelsmann Verlag, München 2025
ISBN 9783570105726
Gebunden, 224 Seiten, 22,00 EUR

Klappentext

on vielen unbemerkt verschwinden immer mehr Tiere und Pflanzen aus unserer Umwelt, was unsere Lebensgrundlagen zunehmend gefährdet. Der bekannte Evolutionsbiologe Matthias Glaubrecht klärt seit Jahren über die Bedeutung der Artenvielfalt und die verheerenden Folgen des Artensterbens auf. Hier beschreibt er Gründe, warum wir die Krise der Biodiversität zu wenig wahr- und zu wenig ernst nehmen: Wir fokussieren zu sehr auf den Klimawandel, hinzu kommen das Versagen des klassischen Naturschutzes und eine oft verfehlte Wissenschaftspolitik, die ökologische und biosystematische Forschung zu wenig fördert. Glaubrecht ruft dazu auf, endlich zu handeln: das heißt, ausreichend große Naturschutzgebiete konsequent für funktionierende Lebensgemeinschaften zu schützen, zu renaturieren und die Biodiversitätsforschung voranzutreiben.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Rundschau, 05.08.2025

Optimistisch ist Matthias Glaubrechts Buch nicht gerade, stellt Rezensentin Sylvia Staude fest. Aber besonders viel Grund zur Hoffnung hat der Autor auch nicht. Der Klimawandel ist nämlich nicht das einzige Umweltproblem der Menschheit, erinnert Glaubrecht. Viel zu wenig Aufmerksamkeit kommt dem Artensterben zu, der "biologischen Entleerung der Welt", vor der der Evolutionsbiologe und Biosystematiker warnt. Beide, Klimawandel und Artensterben, sind menschengemacht, da gibt es für den Autor keinen Zweifel, so Staude. Nur: Während das Thema Klimawandel mittlerweile in aller Munde ist, wird das Artensterben kaum bemerkt. Insgesamt wird viel zu wenig getan und wenn ja, das falsche, so das niederschmetternde Fazit Glaubrechts. So kritisiert er auch, dass die Natur durch Windräder und Sonnenkollektoren weiter "denaturiert" wird - besser wäre es, wenn man freie Flächen wie Häuserdächer mehr nutzen würde. Außerdem wird viel zu wenig in den Naturschutz und die Forschung investiert, ruft der Autor, vor allem im Vergleich mit den immensen Summen, die für die Erforschung des Weltraums ausgegeben würden. Warum kümmert man sich nicht erstmal um die Erde, so das Statement, dem die Kritikerin zustimmt. Eine dringende Mahnung, die man zur Kenntnis nehmen sollte, schließt Staude. 

Buch in der Debatte

9punkt 12.07.2025
Der Artenschwund ist größtenteils nicht durch den Klimawandel zu erklären, sagt der Biologe Matthias Glaubrecht, Autor des Buchs "Das stille Sterben der Natur", im Gespräch mit dem Ellen Daniel und Michael Miersch auf miersch.media. Ursachen sind eher Rodungen und landwirtschaftliche Nutzung. Aber das Thema des Artenschwunds habe leider eine sehr viel schwächere Lobby als der Klimaschutz: "Die ersten Arbeiten, die zeigten, dass es eine globale Biodiversitätskrise gibt, erschienen vor zwanzig Jahren. Vorher war immer nur vom Aussterben einzelner allgemein bekannter Arten wie Tiger oder Elefant die Rede. Die Medien stiegen erst auf das Thema ein, als Wissenschaftler auf einer Pressekonferenz sagten, eine Million Arten würden demnächst aussterben. Das wurde sofort aufgegriffen. Allerdings ist diese Zahl genauso wenig belegt, wie das 1,5-Grad-Ziel der Klimaforscher. Wissenschaft ist eben nicht nur Wissenschaft, sondern auch Teil des gesellschaftlichen Kampfes um Aufmerksamkeit. " Unser Resümee

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