Eine tiefgehende Analyse der menschlichen Grausamkeit und ihrer ideologischen Wurzeln. Mit Grausamkeiten und Gewalttaten konfrontiert, neigen wir dazu, diese als 'unmenschlich' zu bezeichnen. Der Philosoph Helmuth Plessner zeigt in seinen Essays Das Problem der Unmenschlichkeit und Über Menschenverachtung, warum das falsch ist. Nur der Mensch, so seine Diagnose, überschreitet alle Grenzen. Wir müssen bei ihm - anders als bei Pflanzen und Tieren - buchstäblich mit allem rechnen. Plessner hält uns Menschen den Spiegel vor. Seine beunruhigenden Erkenntnisse sind hochbrisant und angesichts der Kriege weltweit heute aktueller denn je.
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 06.06.2025
Rezensentin Coraly von Welser empfiehlt Helmuth Plessners Göttinger Antrittsvorlesung von 1952. Die beiden Essays geben laut Welser einen Eindruck von Plessners Blick auf Menschenverachtung und seine Spielarten. Für Welser von einiger psychologischer Finesse, wie der Soziologe und Philosoph dem Leser die scheinbare Vereinbarkeit von Menschheitshass und Liebe zum Einzelnen auseinandersetzt. Eine Lektüre, die sich umstandslos für die Analyse der Gegenwart heranziehen lässt, findet sie.
Elias Hirschl: Schleifen Franziska Denk wächst im Umfeld des Wiener Kreises auf und leidet als Kind an einer seltsamen Krankheit: Jedes Symptom, von dem sie hört oder liest, bekommt sie sofort. In… Julian Barnes: Abschied(e) Aus dem Englischen von Gertraude Krueger. Julian Barnes wird im Januar 2026 achtzig Jahre alt. Er weiß, dass die längste Zeit seines Lebens hinter ihm liegt, und er möchte… Dorothee Elmiger: Die Holländerinnen Mit blinkenden Warnlichtern fährt die Erzählerin, eine namenlose Schriftstellerin, an den Straßenrand, als ein unerwarteter Anruf sie erreicht. Am Apparat ist ein gefeierter… Leila Slimani: Trag das Feuer weiter Aus dem Französischen von Amelie Thoma. Mia, erfolgreiche Schriftstellerin in Paris, kämpft mit "brain fog", einem Gehirnnebel, der ihre Erinnerungen und ihre Arbeit beeinträchtigt.…