Eine tiefgehende Analyse der menschlichen Grausamkeit und ihrer ideologischen Wurzeln. Mit Grausamkeiten und Gewalttaten konfrontiert, neigen wir dazu, diese als 'unmenschlich' zu bezeichnen. Der Philosoph Helmuth Plessner zeigt in seinen Essays Das Problem der Unmenschlichkeit und Über Menschenverachtung, warum das falsch ist. Nur der Mensch, so seine Diagnose, überschreitet alle Grenzen. Wir müssen bei ihm - anders als bei Pflanzen und Tieren - buchstäblich mit allem rechnen. Plessner hält uns Menschen den Spiegel vor. Seine beunruhigenden Erkenntnisse sind hochbrisant und angesichts der Kriege weltweit heute aktueller denn je.
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 06.06.2025
Rezensentin Coraly von Welser empfiehlt Helmuth Plessners Göttinger Antrittsvorlesung von 1952. Die beiden Essays geben laut Welser einen Eindruck von Plessners Blick auf Menschenverachtung und seine Spielarten. Für Welser von einiger psychologischer Finesse, wie der Soziologe und Philosoph dem Leser die scheinbare Vereinbarkeit von Menschheitshass und Liebe zum Einzelnen auseinandersetzt. Eine Lektüre, die sich umstandslos für die Analyse der Gegenwart heranziehen lässt, findet sie.
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