Aus dem Englischen von Uda Strätling. Mit Illustrationen von Sonia Schadwinkel. Mit 52 farbigen Abbildungen und einer Landkarte. Zum 150. Todestag des visionären Autors präsentiert der Manesse Verlag die deutsche Erstausgabe seiner Aufzeichnungen über "Wilde Früchte". Liebevoll und detailgenau begleitet Thoreau Erwachen, Wachsen und Reifen der heimischen Natur. Ausgangspunkt seiner literarischen Streifzüge durch die Pflanzenwelt war Concord, Massachusetts, der Schauplatz seines berühmten Werkes "Walden". Thoreaus Einträge beschreiben 182 Arten und Unterarten, von den Nussfrüchten der Ulmen Anfang Mai bis zum Wacholder im darauffolgenden März. Für deren genaues Aussehen, ihren Standort und Reifungsprozess interessierte er sich ebenso wie für frühe naturgeschichtliche Aufzeichnungen und das Wissen der amerikanischen Ureinwohner. In prachtvoller Ausstattung und illustriert mit 50 eigens angefertigten farbigen Zeichnungen, lässt sich seine fein strukturierte Prosa im Jubiläumsjahr ganz neu entdecken. Den Geschenkband ergänzen ein botanisches Glossar, ein umfassender Anmerkungsapparat und eine Landkarte von Concord.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 08.05.2012
Für die Suche nach Alternativen empfiehlt Jörg Albrecht: Thoreau lesen! Nicht nur die Walden-Aufzeichnungen, auch dieser zum 150. Todestag des Einsiedlers erscheinende Band im Stil des nature writing mit den Streifzügen des Autors durch Wiesen, Moore, Wälder auf der Suche nach den Früchten der Jahreszeit hat es ihm angetan. Schwärmerisch, aber auch exakt findet er den Stil, geschult an Montaigne, wie ihm nicht entgeht. Eine Einschränkung muss er allerdings hinnehmen: Was Thoreau auch entdeckt, ob Wildapfel oder Bucheckern - so richtig schmecken tut es nur draußen. Übersetzt heißt das für Albrecht: Das Transzendentale lässt sich nicht konservieren. Auch eine gute Erkenntnis.
Rezensionsnotiz zu
Neue Zürcher Zeitung, 05.05.2012
Glücklich zeigt sich Hartwig Isernhagen über diese "sehr schöne Prachtausgabe" von Henry David Thoreaus Werk "Wilde Früchte", das nun zum hundertfünfzigsten Todestag des Philosophen und Schriftstellers auf Deutsch vorliegt. Ausführlich widmet sich der Rezensent dem Denken des Zivilisationskritikers, Gesellschaftsverweigeres und ökologischen Vordenkers, das er nicht als auf eine simple Programmatik herunter brechen will. Auf faszinierende Weise bezeugt "Wilde Früchte" in seinen Augen - gerade in der vorliegenden opulenten Ausgabe mit ihren prächtigen Illustrationen - die Sinnlichkeit von Thoreaus Naturbobachtungen, in denen sich ein ästhetisches Verständnis der Ordnung Universums widerspiegelt. Aus dem Werk spricht für Isernhagen zudem eine große Genauigkeit der Wahrnehmung und der Kontemplation, die Geschichte eines "Sichanheimgebens an die Erfahrung der Flora seiner Heimat".
Rudolf Walther begrüßt mit großer Freude Henry David Thoreaus Werk "Wilde Früchte", das nun zum 150. Todestag des Schriftstellers und Philosophen in deutscher Übersetzung vorliegt. Die genaue Übersetzung und wissenschaftliche Kommentierung dieses Werks würdigt er als "kulturpolitische Pionierleistung". Er beschreibt "Wilde Früchte" als eine akribische Beobachtung der Entwicklung von Blüte- und Fruchtbildung bei 182 Pflanzen. Besonders beeindruckt haben ihn die sinnlichen Beschreibungen von Geschmacks- und Geruchseindrücken, die Hinweise zur wissenschaftlichen botanischen Literatur und die poetischen Naturbeschreibungen. Als "einzigartig" beurteilt er Thoreaus Mischung aus deskriptiv-analytischer Beobachtung und ästhetisch-subjektiven Urteil. Auch die vorliegende Ausgabe wird von Walther mit Lob überschüttet. Die großartige Aufmachung des Bands, die Typografie, die Zeichnungen Thoreaus und die Illustrationen Sonja Schadwinkels machen dieses einmalige Werk in seinen Augen zu einem echten "Meisterstück".
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