Aus dem Dänischen von Christoph Bartmann. Per Oehrgaards großer Essay über Günter Grass würdigt den deutschen Nobelpreisträger aus europäischer Perspektive. Er verfolgt das Leben des Autors von seinen Anfängen bis heute, von der frühen Lyrik und der Danziger Trilogie bis zum Nobelpreis und der jüngsten Novelle "Im Krebsgang". Dabei sind Leben und Werk nicht zu trennen, der Schwerpunkt liegt hier jedoch auf dem Werk selbst. Das Buch des Germanisten und Grass-Übersetzers Oehrgaard, 2001 mit dem Henrik-Steffens-Preis ausgezeichnet, ist nicht nur Grass-Kennern, sondern auch als Einführung zu empfehlen.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 25.07.2006
Rundum glücklich ist Friedmar Apel mit dieser Günter-Grass-Biografie des dänischem Germanisten und Grass-Übersetzers Per Ohrgaard. Dessen souveräne Kenntnis des Schriftstellers und seines Werks sowie die gelungene Darstellung haben ihn überzeugt. Er bescheinigt Ohrgaard, Grass' Leben und Werk unberührt von allen germanistischen Moden als Einheit zu betrachten und Grass dabei als "quicklebendigen Autor" vorzustellen. Ohrgaards Einschätzung des Schriftstellers als großen Erzähler mit genauer Beobachtungsgabe und ethischen Prinzipien kann Apel nur zustimmen. Ohrgaads "gelassene Bewunderung" für Grass scheint dem Rezensenten nicht unangebracht.
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 18.05.2005
Helmut Böttiger beneidet die Studenten des Literaturwissenschaftlers Per Oehrgaard. "Zwingend", "unkompliziert" und "einfallsreich" - so schreibt der Däne, meint Böttiger, und sein Buch über Günter Grass findet er als Einführung in dessen Werk wunderbar geeignet. Wohltuend die fremde, die dänische Perspektive des Werkes, die Grass herausnimmt aus dem hierzulande herrschenden Parteiengezänk um den Nobelpreisträger. Auch wie Oehrgaard dem Leser das Frühwerk erschließt, die literarischen Verfahren Grass' namhaft macht und zeigt, wie die Zeit in den Texten zum Raum wird und "Zeitschneisen" sich öffnen - das alles ist für Böttigers Empfinden sehr gelungen. Nur gelingt es dem Autor nicht restlos überzeugend, bedauert der Rezensent, auch für die späteren Werke derartig schlüssige Lösungen anzubieten. Die zunehmende Politisierung und die damit einhergehenden poetologischen Veränderungen zwischen der "Danziger Trilogie" und "Örtlich betäubt" versteht er nicht in seine Theorien zu integrieren. Auch dass beispielsweise die Kritik an "Ein weites Feld" sich durchaus auch an der Sprache des Romans festmachte, lässt der Däne außen vor.
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