1955 war der vierzehnjährige Tony Hendra in eine Liebesgeschichte mit einer verheirateten Frau verstrickt. Der Ehemann reagierte - und schickte ihn zu einem Priester, der seine Seele retten sollte. Die erste Begegnung mit Father Joe. Diese Begegnung prägte ein Leben voller Höhe- und Tiefpunkte. Hendra: ein Mann, der alles hatte - und dem doch immer etwas fehlte. Durch alle Wechselfälle dieses Lebens blieb Father Joe für ihn ein Leitstern: ein Mensch, der ihm half, das Wesentliche hinter aller Oberfläche zu sehen. Der seine Weisheit nicht aufdrängte. Dem die Seele wichtig war, nicht der äußere Erfolg und Geld. Der ihn lehrte, zu lieben und die Welt nicht nur zynisch zu sehen.
Amüsiert hat sich Rezensent Philipp Gessler bei der Lektüre von Tony Hendras autobiografischem Buch "Father Joe. Der Mann, der meine Seele rettete" - auch wenn es sich um ein "sehr katholisches Werk" handelt. Der Autor, einer der bekanntesten Satiriker des angelsächsischen Raums, erzähle darin von seinem Freund und Beichtvater Father Joe und gestehe, dass er ohne den englischen Benediktinermönch verloren gewesen wäre. Klingt ein wenig pathetisch? Ist es auch. Gessler gefällt das Buch trotzdem, weil es auch "unglaublich komisch und böse" sei. Das pathetische Moment werde mit "wunderbarer Selbstironie" und "gelegentlichem Zynismus" gebrochen. Das Resümee des Rezensenten: eine gelungene "Versöhnung von Humor und Religion".
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