Die Autobiografie Hans Joachim Meyers ist so, wie ihn die Öffentlichkeit kennt: meinungsstark, klar und mutig. Das Buch beschreibt Meyers Erfahrungen sowohl in der DDR, während der Wende als auch später in der Bundesrepublik. Der Fokus liegt dabei auf seinem öffentlichen Wirken als Wissenschaftspolitiker, Minister und ranghöchster Laienkatholik. Dabei kommt der Autor auch zu unbequemen Thesen und Einschätzungen.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 30.12.2015
Zwar hätte sich Heike Schmoll das Buch insgesamt knapper und pointierter gewünscht, trotzdem findet die Rezensentin die Ausführungen des einstigen sächsischen Wissenschaftsministers Hans Joachim Meyer über die (Wieder-)Vereinigung der beiden deutschen Wissenschaftssysteme nach 1990 durchaus interessant. Schmoll findet darin "viele treffende Beobachtungen über ost- und westdeutsche Prägungen", die sie nachdenklich stimmen. Die Kritikerin hebt besonders hervor, dass Meyer auch eigene politische Niederlagen und Fehden anspricht; seine kritische Sicht auf die Bologna-Reform hält Schmoll für aufschlussreich. Wenig Verständnis zeigt sie hingegen dafür, dass der CDU-Politiker die Kritik an der Rechtschreibreform von 1996 marginalisiert. Ein Lob ringt sich die Kritikerin schließlich auch für die Zeitlosigkeit von Meyers Analysen ab.
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