In einer fast verlassenen Salpetermine, mitten in der nordchilenischen Pampa, leben nur noch wenige Minenarbeiter und einige Prostituierte. Der Tod der Reina Isabel, Prostituierte und Sängerin von Rancheras, ist den wenigen noch verbliebenen Bewohnern ein Vorzeichen, war sie doch das Herz der kleinen Gemeinde. Dennoch resignieren sie nicht und setzen alles in Bewegung, um der Reina Isabel ein prachtvolles Begräbnis zu verschaffen, wie es in der Gegend noch nicht gesehen wurde.
Rezensionsnotiz zu
Die Tageszeitung, 13.10.1999
Dies ist eindeutig ein Buch nach Helmut Höges Geschmack. Mit großer Begeisterung zählt er (fast) alle Typen von Huren auf, die in diesem Buch eine Rolle spielen. Denn alle haben oder sind etwas ganz Besonderes: Da gibt es eine Dicke, die ihre Beine nur mit Hilfe eines Flaschenzuges bewegen kann, eine ist rechenschwach und eine lesesüchtig. Eine liest gern Comics während der Arbeit und eine andere fängt dabei Fliegen. Und auch eine der ältesten Männerillusionen kommt bei Letelier nicht zu kurz: Einer der Huren mache die Arbeit sogar Spaß. Auf Leteliers Kompetenz zu dem Thema läßt Höge nichts kommen. Der habe schließlich selbst viele Jahrzehnte in der Atacama-Wüste verbracht und kenne die Salpeterindustrie dort samt der elenden Verhältnisse. Aber trotz der kuriosen Figuren, die in diesem Buch ihren Auftritt haben, ist es nach Höges Ansicht, letztlich ein "sentimentales" Buch.
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